Wirtschaft
Der Vorstand der Regionalbank sieht Licht am Ende des Tunnels.
Der Vorstand der Regionalbank sieht Licht am Ende des Tunnels.(Foto: imago stock&people)

Altlasten und Schifffahrtskrise belasten die Bilanz: HSH rechnet weiter mit roten Zahlen

Die riskanten Geschäfte der HSH kosteten den Steuerzahler Milliarden. Langsam arbeitet sich die Skandal-Bank wieder an schwarze Zahlen heran, ihr neues Geschäftsmodell zündet. Doch bei allem Optimismus bleibt ein großes Problem.

Die HSH Nordbank hat sich weiter stabilisiert und in den ersten sechs Monaten einen Gewinn von 90 Millionen Euro erzielt. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 54 Millionen Euro.  Für das Gesamtjahr erwarte die HSH Nordbank nach wie vor ein negatives Ergebnis.

Die Bank sei gut vorangekommen, sagte Vorstandsvorsitzender Constantin von Oesterreich. Maßgeblich für die gute Entwicklung im ersten Halbjahr sei vor allem der erfreuliche Geschäftsverlauf in der Kernbank gewesen. "Wir sind auf dem richtigen Weg", sagte der Vorstandschef. "Unser Geschäftsmodell funktioniert."

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Wegen der Schifffahrtskrise musste die HSH Nordbank jedoch abermals die Risikovorsorge aufstocken, auf 224 Millionen Euro nach 111 Millionen Euro im Vorjahr. Die hartnäckige Krise der Schifffahrt werde noch mindestens ein weiteres Jahr anhalten und die Bank weiterhin sehr belasten, sagte von Oesterreich. Alle anderen Geschäftsbereiche wie Immobilien, Firmenkredite und erneuerbare Energien hätten ein unauffälliges Risikoprofil. "Wir haben genau ein Problem, und das sind Schiffe", sagte Finanzvorstand Stefan Ermisch.

Bilanz bleibt negativ

Die Belastungen aus der Schifffahrt sowie weitere Vorsorge für Altlasten aus der Abbaubank und zusätzliche Zahlungen für öffentliche Garantien übersteigen die Erträge aus der Kernbank. Die Bank hat bei einer Bilanzsumme von 121 Milliarden Euro rund 27 Milliarden Euro an Schiffskrediten vergeben. Die Branche müsse sich soweit erholen, dass die Reeder wieder Zins und Tilgung leisten könnten.

Die HSH Nordbank, die zu den weltweit größten Schiffsfinanzierern gehört, war während der Finanzkrise in schweres Fahrwasser geraten. Durch Milliarden an Kapitalspritzen sowie weitreichende Garantien der Länder Hamburg und Schleswig-Holstein konnte sie vor dem Untergang bewahrt werden. Im Gegenzug für die Hilfen verlangte die EU-Kommission jedoch unter anderem eine Schrumpfung der Bilanzsumme auf 120 Milliarden Euro bis Ende 2014. Damit ist sie schon jetzt fast am Ziel: Im ersten Halbjahr wurde die Bilanzsumme um weitere 10 Milliarden Euro auf 121 Milliarden Euro reduziert.

Die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein hatten in diesem Jahr nach intensiven Diskussionen die Garantien für die HSH Nordbank von sieben auf zehn Milliarden Euro aufgestockt. Damit wird die Bank auf der Kapitalseite entlastet und kann nach den Worten von Oesterreichs schon heute die künftigen Vorgaben für die Kapitalausstattung von Banken nach Basel III erfüllen. "Das können nur wenige Institute in Deutschland schon so frühzeitig von sich behaupten."

Die Bank hat angekündigt, bis zum Jahr 2025 rund 1,3 Milliarden Euro aus den Ländergarantien in Anspruch zu nehmen. Sie habe aber seit Einführung der Garantie bereits drei Milliarden Euro Gebührenaufwand dafür erwirtschaftet.

Quelle: n-tv.de

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