Wirtschaft
Gut gerüstet für die Zukunft: Dank der neuen Containerbrücken können auch sogenannte Superschiffe den Hamburger Hafen anlaufen.
Gut gerüstet für die Zukunft: Dank der neuen Containerbrücken können auch sogenannte Superschiffe den Hamburger Hafen anlaufen.(Foto: picture alliance / dpa)

Superschiffe und wachsender Verkehr: Hamburger Hafen wächst gegen den Trend

Der Hamburger Hafen profitiert vom Containerverkehr mit den Ostsee-Anrainern. Der Güterumschlag legt zu. Damit sticht der Hafen, der sich mit neuen Containerbrücken modernisiert und nun auch für Riesen-Containerschiffe interessant wird, positiv aus dem schwachen Marktumfeld heraus.

Überraschend stark ist der Hamburger Hafen in den ersten sechs Monaten des Jahres gewachsen - auch wenn die Zahlen aus der Zeit vor der Krise noch ein Stück entfernt sind: Der Güterumschlag legte gegenüber dem Vorjahreszeitraum nach eigenen Angaben um 3,5 Prozent auf 68,1 Millionen Tonnen zu. Der Containerumschlag erhöhte sich um 2,1 Prozent auf 4,5 Millionen Standardcontainer (TEU).

Gleichzeitig ging der Umschlag in den anderen großen Häfen Nordwesteuropas zurück, so dass sich die Marktanteile des Hamburger Hafens erhöhten. "Die Zahlen sind wunderbar, wir können uns eigentlich nicht beklagen", sagte Axel Mattern, Vorstand von Hafen Hamburg Marketing. Der Umschlag von Massengütern wie Kohle, Erz, Öl, Getreide und Futtermitteln nahm um 4,4 Prozent auf 20,7 Millionen Tonnen zu.

Ostsee-Handel floriert

Die positive Entwicklung sei vor allem auf die zunehmenden Containerverkehre zwischen dem Hamburger Hafen und dem Ostseeraum zurückzuführen, vor allem mit Schweden, Russland und Polen. Das Wachstum für dieses Fahrtgebiet lag bei 8,0 Prozent.

"Hamburg ist geografisch immer noch am besten aufgestellt, wenn es um die Ostsee geht", sagte Mattern. Allein im ersten Halbjahr seien sieben neue Zubringerdienste in die Ostsee eingerichtet worden; mit 150 Abfahrten pro Woche sei Hamburg die zentrale Drehscheibe im Containerverkehr für die Ostseeregion. Die Störungen im Nord-Ostsee-Kanal, der durch technische Probleme oder Streiks in diesem Jahr schon mehrfach dicht war, seien allerdings ein ernsthafte Störung der eingespielten Systeme.

Der Containerumschlag mit Hamburgs wichtigstem Handelspartner China ging in den ersten sechs Monaten um drei Prozent zurück. Kräftig gewachsen sei dagegen der Handel mit Singapur, Südkorea und Malaysia. Der Hamburger Hafen schlägt mehr als die Hälfte aller Container im Handel mit Asien um.

Bereit für die Superschiffe

Für das Gesamtjahr rechnet der Hafen nun mit einem Güterumschlag von rund 136 Millionen Tonnen (plus vier Prozent) und einem Containerumschlag von 9,1 Millionen TEU (plus drei Prozent). Der Rekord der Jahre 2007 und 2008, als jeweils fast zehn Millionen TEU umgeschlagen wurden, ist damit noch ein gutes Stück entfernt.

Für eine Fortsetzung des Trends rüstet sich der Hafen: Am Wochenende kamen vier neue Containerbrücken nach achtwöchiger Schiffsreise aus Shanghai am Terminal Burchardkai an. Die hochmodernen Brücken seien für die neueste Generation von Großschiffen ausgelegt, teilte der Hafenkonzern HHLA mit. Damit können am Waltershofer Hafen künftig Containerschiffe mit einer Kapazität von 18.000 Standardcontainern (TEU) abgefertigt werden. Die Containerbrücken werden in den nächsten Monaten in Betrieb genommen; eine fünfte wird im Herbst ausgeliefert.

Quelle: n-tv.de

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