Wirtschaft
Franz Haniel macht bei Metro Platz.
Franz Haniel macht bei Metro Platz.(Foto: dpa)

Zeitenwende beim Handelsriesen: Haniel gibt Metro-Aufsicht ab

Die Familie Haniel und Metro gehören beinahe zusammen. Doch nun räumt der Familienvertreter den Aufsichtsratsposten. Dem Unternehmen bleibe man aber verbunden, heißt es. Und die Firma will wieder durchstarten.

Die Duisburger Familienholding Haniel räumt den Aufsichtsratsvorsitz. Ihr Vertreter Franz Markus Haniel nahm bei der Hauptversammlung in Düsseldorf Abschied von den Aktionären. "Das Haus Haniel und Metro sind seit über 50 Jahren eng verbunden - dies soll auch so bleiben", versicherte er. Zum Nachfolger Haniels wählte der Aufsichtsrat einen von den Großaktionären unabhängigen Kandidaten, den Ex-Chef des weltgrößten Schokolade- und Kakao-Herstellers Barry Callebaut, Jürgen Steinemann.

Kleinanleger drückten die Hoffnung aus, dass Steinemann ihnen den Konzern "ein wenig versüßen wird". Sie litten in den vergangenen Jahren unter einem massiven Kursverfall. Metro-Chef Olaf Koch versuchte Hoffnung zu machen, dass die Durststrecke beendet wird: Der Konzern habe seine Konsolidierung abgeschlossen und wolle in Zukäufe investieren.

Haniel hat die Geschicke der Metro entscheidend mitbestimmt. Doch die Holding will sich unabhängiger vom Handel machen. Franz Markus Haniel war seit April 2012 Aufsichtsratschef, er hatte dieses Amt auch schon von 2007 bis 2010 inne. Er wolle mit seinem Rückzug "die Möglichkeit eröffnen, dass der Aufsichtsratsvorsitz in die Hände eines unabhängigen, externen Vertreters übergeht".

Ziel: Zurück in den Dax

Haniel plant, seinen Anteil von deutlich über 30 Prozent schrittweise bis 2020 auf rund 20 Prozent zu reduzieren. Neben Haniel sind die Familien Schmidt-Ruthenbeck sowie Beisheim Großaktionäre bei Metro - sie halten gut 15 sowie knapp über neun Prozent der Stimmrechte.

Metro hatte Haniel in der Vergangenheit nicht immer Freude gemacht. Der Konzern stieg 2012 aus dem Dax ab, Haniel musste damals einen Netto-Verlust von rund 1,9 Milliarden Euro ausweisen, der Löwenanteil stammte aus Abschreibungen auf die Metro-Beteiligung. Seit Anfang 2011 hat sich der Kurs der Metro-Aktien mehr als halbiert - von über 50 Euro auf unter 25 Euro.

Steinemann solle den Metro-Anteilseignern das Unternehmen schmackhaft machen, forderte DSW-Vertreterin Jella Benner-Heinacher. Die Weichen dafür seien gestellt: "Wir haben wieder Luft zum Atmen, wir sind kein Sanierungsfall mehr", sagte sie.

Koch hatte in den vergangen Jahren aufgeräumt und die Netto-Verschuldung um rund fünf Milliarden Euro abgebaut - unter anderem durch den Verkauf der Warenhaustochter Kaufhof. Nun will er auch in Übernahmen investieren. Aktionärsvertreter hoffen auf steigende Gewinne und Aktienkurse sowie die Rückkehr in den Dax. Dann seien auch die Vergütungsmodelle des Vorstands wieder angemessen.

Quelle: n-tv.de

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