Wirtschaft
Die Serie der Pannen und Probleme am BER reißt nicht ab.
Die Serie der Pannen und Probleme am BER reißt nicht ab.(Foto: picture alliance / dpa)

Neuer Verdacht am BER: Hat Technikchef auch Preise abgesprochen?

Vor einigen Wochen wird der Technikchef des künftigen Hauptstadtflughafens BER vom Dienst suspendiert. Er soll gegen Geld Aufträge vergeben haben. Doch möglicherweise ist die Liste der Verfehlungen länger.

Die Korruptionsaffäre beim Berliner Hauptstadtflughafen weitet sich möglicherweise aus. So soll es nicht nur Bestechlichkeit, sondern auch illegale Preisabsprachen gegeben haben. Die Staatsanwaltschaft Neuruppin geht in ihren Ermittlungen gegen den früheren Flughafen-Technikchef Jochen Großmann nun auch diesem Verdacht nach, wie Oberstaatsanwalt Jürgen Schiermeyer sagte. "Nach einer anonymen Anzeige ermitteln wir wegen wettbewerbsbeschränkender Absprachen." Er bestätigte damit Informationen des "Tagesspiegels".

Großmann soll mit seinem Wissen mehreren Firmen die Preisabsprache für ihre Angebote von Planungsleistungen für die Entrauchungsanlage im Terminal ermöglicht haben. Daneben wird gegen Großmann auch wegen des Verdachts der Bestechlichkeit ermittelt. Er war für Auftragsvergaben zuständig und soll Vorteile für sich in einem Vergabeverfahren gefordert haben. Nach Bekanntwerden der Vorwürfe wurde Großmann von seinem Posten suspendiert. Er soll rund eine halbe Million Euro Bestechungsgeld angenommen haben.

Zu den neuen Anschuldigungen äußerte sich Großmanns Büro zunächst nicht. Die konkreten neuen Vorwürfe seien ihm von der Staatsanwaltschaft nicht bekannt gemacht worden, hieß es in einer Mitteilung seiner Dresdner Firma GICON am Dienstag: "Aus diesem Grund bitten wir um  Verständnis, dass er sich nicht zu dem Verfahren äußern kann."

Flughafenchef Hartmut Mehdorn hatte am Montag im Brandenburger Landtag noch von einem Einzelfall gesprochen, weitere Enthüllungen aber nicht ausgeschlossen. Eine Arbeitsgruppe nimmt bis zur nächsten Aufsichtsratssitzung zum 30. Juni die Vergabeverfahren unter die Lupe, an denen Großmann beteiligt war.

Dann will Mehdorn entscheiden, wieviel der 18 GICON-Beschäftigten am Flughafen weiterarbeiten. "Wenn sie nichts getan haben, sind wir natürlich schon interessiert, diese Experten zu haben; das sind gute Leute." Großmann war im vergangenen Sommer zum Flughafen gekommen, zunächst auf Honorarbasis, bis Mehdorn ihn im April fest einstellte.

Quelle: n-tv.de

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