Wirtschaft
(Foto: dapd)

Gewinn gesundgeschrumpft: Hausputz belastet Citigroup

Die Citigroup muss wegen des laufenden Firmenumbaus einen Gewinneinbruch verkraften. Milliardenschwere Abschreibungen lassen unter dem Strich nur einen mageren dreistelligen Millionenbetrag übrig. An der Börse ist man trotzdem zufrieden.

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Die US-Großbank Citigroup hat die Aufräumarbeiten nach der Finanzkrise noch immer nicht verwunden. Im dritten Quartal verhagelten milliardenschwere Abschreibungen das Ergebnis, wie das Institut mitteilte. Sie gehen auf den verlustreichen Ausstieg beim Broker Morgan Stanley Smith Barney zurück, ein Gemeinschaftsunternehmen mit der Konkurrentin Morgan Stanley.

Unter dem Strich verdiente Citi deshalb nur 468 Mio. Dollar - vor einem Jahr waren es noch 3,8 Mrd. Dollar. Im operativen Geschäft ging es indes bergauf, auch weil der Hypothekenmarkt in den USA wieder anzieht. Bereinigt um Sonderposten stieg der Gewinn auf 3,3 (Vorjahr: 2,6) Mrd. Dollar. "Wir haben mehr Kredite ausgereicht und die operativen Einnahmen gesteigert", erklärte Vorstandschef Vikram Pandit.

Das bereinigte Ergebnis übertraf die Erwartungen der Analysten deutlich. Citi-Aktien legten denn auch an der Wall Street um mehr als zwei Prozent zu.

Geplante Verluste

Citi hatte infolge der Finanzkrise rund ein Drittel des Geschäfts abgespalten, darunter das Konsumkreditgeschäft in den USA, das hohe Wertberichtigungen nach sich gezogen hatte, weil die Kunden die Raten für Autos und andere große Anschaffungen nicht mehr aufbringen konnten. Diese Firmenteile - gebündelt in den "Citi Holdings", einer Art Bad Bank - will das Institut nach und nach abstoßen. Zum Schrumpfkurs gehört nun auch der komplette Rückzug aus dem Broker MSSB, den beide Großbanken erst 2009 in der Hoffnung auf eine Bündelung der Kräfte gegründet hatten. Schon im September kündigte Citi an, dass mit dem Ausstieg hohe Verluste einhergehen würden: Vor Steuern sind es fast fünf Milliarden Dollar. Das liegt daran, dass Morgan Stanley die Citi nach und nach auszahlt, die Gemeinschaftsfirma dabei aber deutlich niedriger bewertet, als Citi sie in der eigenen Bilanz zuletzt angesetzt hatte. Daher wurden nun Abschreibungen fällig.

Vorstandschef Pandit zeigte sich dennoch versöhnlich. "Die Preisvereinbarung zu MSSB hat uns mehr Planbarkeit für unseren Ausstieg gegeben", erklärte er. Zugleich schrumpften die "Citi Holdings" damit auf nur noch neun Prozent der Bilanzsumme, zum Halbjahr waren es noch zehn Prozent.

Im Kapitalmarktgeschäft, das im Frühsommer wegen der Unsicherheit durch die Schuldenkrise fast zum Stillstand gekommen war, spürt Citi nach eigenem Bekunden eine zunehmende Belebung. Gleiches gelte für das heimische Hypothekengeschäft. Damit äußerte sich die Bank ähnlich optimistisch wie in der vergangenen Woche bereits die große Rivalin JP Morgan.

Grund sind die historisch niedrigen Zinsen, denn viele Häuslebauer wollen aktuell ihre alten Hypotheken umschulden, um davon zu profitieren. Zwar ist die reine Kreditvergabe für die Banken im Immobiliengeschäft nicht mehr so lukrativ wie vor der Krise. Sie können die Hypotheken aber in Wertpapiere bündeln und an Investoren weiterverkaufen. Diese rennen den Instituten derzeit die Türe ein, weil die US-Notenbank als garantierter Abnehmer der Papiere feststeht: Die Federal Reserve hat angekündigt, zur Stützung der Konjunktur pro Monat bis zu 40 Mrd. Dollar an Hypothekenpapieren aufzukaufen.

Quelle: n-tv.de

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