Wirtschaft
Gesucht: Autoritärer Problemlöser um die 50.
Gesucht: Autoritärer Problemlöser um die 50.(Foto: picture alliance / dpa)

Kreative Lösungen für den BER: Headhunter sucht Flughafenchef

Fähige Mitarbeiter sind nicht leicht zu finden. Davon weiß der Aufsichtsrat des BER ein Lied zu singen. In seiner Not greift das Kontrollgremium bei der Suche nach einem neuen Flughafenchef auf einen Headhunter zurück. Eins dürfte wieder mal klar sein: Billig wird der nicht.

Auf der schwierigen Suche nach einem Flughafenchef ist jetzt auch eine "kreative Lösung" möglich. So formuliert es der Frankfurter Personalvermittler Oliver Badura in Berlin. Neuer Geschäftsführer der Berliner Flughafengesellschaft könnte so auch ein Branchenfremder werden. Vor einer Woche hatte der Flughafen-Aufsichtsratschef und Brandenburger Ministerpräsident Matthias Platzeck angekündigt, einen "Headhunter" zu beauftragen, um einen Nachfolger für Flughafenchef Rainer Schwarz zu finden.

Schwarz war wegen schwerer Mängel bei Planung und Bau des neuen Hauptstadtflughafens in Schönefeld Mitte Januar entlassen worden. Die Eröffnung des Flughafens Berlin Brandenburg, ursprünglich für Oktober 2011 geplant, wurde auf unbestimmte Zeit verschoben.

Personalvermittler Badura geht davon aus, dass der neue Geschäftsführer deutlich mehr Geld fordern wird als Schwarz, der zuletzt ein Grundgehalt von 355.000 Euro plus variabler Vergütung bekam. "Ich sehe das eher so zwischen 800.000 und 1,2 Mio. Euro Gehalt", sagte Badura. Nicht unangemessen, bestehe die "eigentliche Aufgabenstellung" doch darin, "ein Problem zu lösen, die Kuh vom Eis zu kriegen", führte Badura aus. Dabei seien verschiedene Lösungsvarianten denkbar. Am Ende könne auch eine Personalkombination herauskommen, die am Anfang nicht absehbar gewesen sei. "Sie müssen eben die passenden Leute dazu finden."

Gesucht: Autoritärer Problemlöser um die 50

Mit der Berufung des ehemaligen Frankfurter Flughafenchefs Wilhelm Bender zum Chefberater der Geschäftsführung sei "der richtige Weg" beschritten worden. "Er hat die Qualifikation, jetzt erst mal den Karren herauszuziehen", sagte Badura.

Zum Profil des künftigen Flughafenchefs sagte er: "Die Anforderungen sind natürlich aufgrund der Situation enorm nach oben geschnellt. Sie brauchen einen Topmanager mit einer Riesenerfahrung, auch international." Der Gesuchte sollte "so um die 50 sein, eine gewisse Seniorität und Autorität muss sein, jetzt in diesem Stadium sowieso". Zugleich müsse er aber auch Erfahrung im Umgang mit Politikern und Public Relations haben. "Ein Problemlöser allein reicht nicht."

Nicht nur wegen der Absage mehrerer Geschäftsführer anderer Flughäfen sieht Badura "nicht die erste Riege - die aktuellen Vorstände -, sondern die zweite Riege, die direkt dahinter steht", als potenzielle Kandidaten für Berlin. Für diese Manager aus der zweiten Reihe wäre die Aufgabe am Hauptstadtflughafen "der nächste Karriereschritt".

Denkbar wären auch Spitzenleute von Zulieferern der Flughafenbranche, von flughafennahen Dienstleistungsunternehmen oder Baufirmen, sagte der Personalvermittler. Als geeignet könnte sich auch jemand von außerhalb des Flughafenbetriebs erweisen, "der schon in der Öffentlichkeit gestanden hat, voll unter Beschuss und unter Zeitdruck war und das Problem gelöst hat". Dafür gebe es das Vorbild Toll Collect. Das von dem Unternehmen aufgebaute Lkw-Mautsystem erlebte eine Pannenserie. Nach einem Managementwechsel funktionierte es dann.

Quelle: n-tv.de

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