Wirtschaft
HeidelbergCement profitiert vom Bauboom in Asien. Gleichzeitig will der Konzern mehr sparen.
HeidelbergCement profitiert vom Bauboom in Asien. Gleichzeitig will der Konzern mehr sparen.(Foto: picture alliance / dpa)

Rekordergebnis in Indonesien: HeidelCement baut am Boom

Die in den vergangenen Jahr getätigten Investitionen in den Schwellenländern zahlen sich für HeidelbergCement jetzt aus. Der Baustoffkonzern profitiert vor allem vom Bauboom in Asien und steigert sowohl Umsatz als auch Ergebnis. Analysten sind zufrieden, die Anleger nicht.

HeidelbergCement hat wegen der Erholung der Baukonjunktur in Nordamerika und einer kräftigen Nachfrage in den Schwellenländern die Absatzkrise in Europa gut weggesteckt. Der Baustoffkonzern steigerte im vergangenen Jahr sein operatives Ergebnis um 9,5 Prozent auf 1,61 Mrd. Euro, wozu auch Preiserhöhungen und Sparanstrengungen beitrugen, wie das Unternehmen mitteilte. "Die Margen im Kerngeschäft Zement und Zuschlagstoffe haben sich weiter verbessert", sagte Konzernchef Bernd Scheifele. Für das neue Jahr gab sich der Manager verhalten optimistisch.

Rückenwind bekam der mit Cemex, Lafarge und Holcim konkurrierende Konzern auch von einem vorteilhaften Euro-Wechselkurs. HeidelbergCement setzte im vergangenen Jahr 14 Mrd. Euro um - ein Plus von 8,7 Prozent. Dabei warfen die Geschäfte eine operative Rendite von 11,5 Prozent ab nach 11,4 Prozent im Jahr zuvor. Im Schlussquartal lag die Marge sogar bei 13 Prozent nach 12,5 Prozent im Vorjahreszeitraum.

Investitionen zahlen sich aus

Die gute Baukonjunktur in Nordamerika, vor allem die Nachfrage nach Baustoffen im Wohnungsbau, schob die Geschäfte im vergangenen Jahr an. Der Absatz von Zement legte dort zweistellig zu. In Asien profitierte HeidelbergCement vom anhaltenden Bauboom in vielen Schwellenländern, besonders rund lief es für den Dax-Konzern in Indonesien, wo die Tochter Indocement ein Rekordergebnis erzielte. Auch in Ghana und Tansania entwickelten sich die Geschäfte positiv.

Der Konzern hatte in den vergangenen Jahren kräftig in neue Zementwerke in den Schwellenländern investiert. Das zahlt sich nun aus. Inzwischen liegen mehr als 60 der weltweiten Zementkapazitäten des Unternehmens in diesen Ländern. In Europa waren hingegen Absatz und Ergebnis 2012 rückläufig - sinkende Infrastruktur-Investitionen und ein schwacher privater Wohnungsbau in manchen Ländern setzten HeidelbergCement zu.

Optimistisch in 2013

Konzern-Chef Scheifele rechnet damit, dass die Geschäfte in Europa auch 2013 mit Ausnahme von Deutschland und Skandinavien eher flau bleiben. Er baut erneut auf ein anhaltendes Wirtschaftswachstum in den Schwellenländern und eine robuste Baukonjunktur in Nordamerika. Der Konzern will weiter Preise anheben und seine Marge bei Zement und Zuschlagstoffen verbessern. Zudem will das Unternehmen, das in seinen Werken und Steinbrüchen viel Energie verbraucht, weiter sparen. Damit will Scheifele Margenverlusten in Folge der zuletzt stark gestiegenen Energiekosten entgegensteuern. Das Sparziel in seinem Dreijahresprogramm bis Ende 2013 hob der Konzern nun auf 1,01 Mrd. Euro von ursprünglich 600 Mio. Euro an. Im  vergangenen Jahr brachte es 384 Mio. Euro ein.

Bei Analysten kam das gut an. "Der Ausblick ist ziemlich positiv, obgleich recht unpräzise", kommentierte die DZ Bank. Die Geschäftsentwicklung sei solide gewesen. Im frühen Frankfurter Handel stieg der Kurs um 2,5 Prozent. Den vollständigen Bericht zum Jahr 2012 will der Konzern am 14. März vorlegen.

Die Zahlen seien durch die Bank besser als erwartet ausgefallen, sagte ein Händler. Die höher als erwartet ausgefallenen Einsparungen dürften von den Investoren positiv aufgenommen werden. Zugleich hat HeidelbergCement das auf drei Jahre angelegte Sparziel angehoben. Die Aktie verlor rund 1 Prozent.

Quelle: n-tv.de

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