Wirtschaft

Umsatzeinbruch und Verluste: HeidelbergDruck noch rot

Noch steckt Heidelberger Druck in der Krise. Der Aufwärtstrend ist nach sieben verlustreichen Quartalen aber erkennbar.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Der Maschinenbauer Heidelberger Druck atmet auf. "Vor allem in China und Deutschland konnten wir ordentliche Geschäftserfolge erzielen", sagte Vorstandschef Bernhard Schreier. Angetrieben von Bestellungen aus der Region Asien/Pazifik habe der Auftragseingang in den Monaten Oktober bis Dezember mit 609 Mio. Euro um neun Prozent zum Vorjahr zulegt und damit den höchsten Wert seit mehr als einem Jahr erreicht.

Der weltgrößte Hersteller von Bogendruckmaschinen für die Herstellung von Katalogen, Büchern und Verpackungen bleibt aber vorsichtig: "Da die Druckereien weltweit generell mit Investitionen immer noch zurückhaltend sind, ist eine deutliche Erholung aktuell noch nicht zu erkennen", räumte Konzernchef Schreier ein. In Europa, dem Nahen Osten, Afrika sowie Asien sei die Talsohle wohl durchschritten. In Nordamerika sei hingegen noch keine Verbesserung zu erkennen.    

Im zurückliegenden dritten Geschäftsquartal erreichte der Umsatz bei Heidelberger Druck mit 578 Mio. Euro den höchsten Quartalswert in der laufenden Finanzperiode. Zum Vorjahreszeitraum beträgt der Rückstand der Erlöse allerdings 23 Prozent. Der operative Verlust lag ohne Berücksichtigung von Sondereinflüssen bei 13 Mio. Euro, vor Jahresfrist war die Gewinnschwelle erreicht worden. Bei anhaltend hohen Zinslasten halbierte sich der Nachsteuerverlust im dritten Geschäftsquartal binnen Jahresfrist auf 11 Mio. Euro von 24 Mio. Euro, da das hochverschuldete Unternehmen einen Teil seiner Rückstellungen für das Sanierungsprogramm auflösen konnte.

Gewinnschwelle naht   

Für das im März endende Geschäftsjahr 2009/10 rechnet der mit Koenig & Bauer, manroland sowie den Japanern Ryobi und Komori konkurrierende Konzern weiterhin mit einem deutlich unter dem Vorjahreswert von rund 3 Mrd. Euro liegenden Umsatz. Um die Gewinnschwelle zu erreichen, benötigt Heidelberger Druck nach dem drastischen Personalabbau Erlöse von gut 2,5 Mrd. Euro. Ohne Berücksichtigung von Sondereffekten werde sich der Verlust vor Steuern und Zinsen im laufenden Geschäftsjahr auf 110 Mio. bis 150 Mio. Euro summieren und damit binnen Jahresfrist mehr als verdoppeln, bekräftigte das im Frühjahr 2009 mit Staatshilfe vor dem Untergang bewahrte Unternehmen.

Seit März 2008 strich Heidelberger Druck weltweit 2550 Stellen, derzeit zählt der Konzern noch rund 18.000 Beschäftigte. Auch die deutschen Konkurrenten kürzten ihre Belegschaft, Koenig & Bauer sparte sich so 2009 zurück in die schwarzen Zahlen.

Quelle: n-tv.de

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