Wirtschaft
Hat jetzt schon mehr gespart als für 2012 geplant: Bernd Scheifele (Archivbild).
Hat jetzt schon mehr gespart als für 2012 geplant: Bernd Scheifele (Archivbild).(Foto: picture-alliance/ dpa)

Schuldenabbau hat "höchste Priorität": Heidelcement bleibt vorsichtig

Die wirtschaftliche Lage ist unsicher, die politischen Risiken sind groß: Dennoch hält Heidelcement-Chef Scheifele mit aller Macht an der Prognose fest. Nach dem dritten Quartal steht der Zementhersteller besser da als erwartet. Netto gibt es ein Ergebnis knapp unter Vorjahresniveau.

Volles Rohr und raus damit: Im Kerngeschäft Zement steigt die Gewinnmarge auf 24,4 Prozent.
Volles Rohr und raus damit: Im Kerngeschäft Zement steigt die Gewinnmarge auf 24,4 Prozent.(Foto: picture alliance / dpa)

Im abgelaufenen Quartal hat der deutsche Baustoffkonzern HeidelbergCement seinen operativen Gewinn deutlich ausgebaut und damit von dem eingeschlagenen Sparkurs sowie Preiserhöhungen in absatzstarken Märkten wie Nordamerika profitiert.

In den Monaten Juli bis September kletterte das operative Ergebnis unerwartet kräftig um 15,5 Prozent auf 649 Mio. Euro. Vorteilhafte Währungseffekte trugen zu dem Ergebnissprung ebenso bei und beflügelten auch den Umsatz, der im zurückliegenden Vierteljahr trotz des stagnierenden Absatzes von Zement und Transportbeton um 8,9 Prozent auf 3,944 Mrd. Euro stieg. Ohne Berücksichtigung von Währungs- und Konsolidierungseffekten habe der Umsatz nur um 1,7 Prozent zugelegt, teilte der deutsche Branchenführer mit.

Die vom Management seit langem geplanten Preiserhöhungen entfalteten ihre Wirkung und verhalfen HeidelbergCement zu einem leichten Anstieg der Gewinnmarge im Kerngeschäft Zement auf 24,4 Prozent. Zudem legt Vorstandschef Bernd Scheifele ein Sparprogramm nach dem anderen auf, um den steigenden Kosten bei Personal und Energie Einhalt zu gebieten.

Für das laufende Jahr hatte Scheifele geplant, die Ausgaben um insgesamt 200 Mio. Euro zu drücken. Nach neun Monaten haben die Bündelung des Einkaufs, ein schnellerer Umschlag der Barmittel sowie Stellenabbau in Nordamerika und Europa bereits Einsparungen von 241 Mio. Euro erbracht.

Beim Konzernüberschuss kam der Zuwachs des operativen Ergebnisses indes nicht an: Denn in Nordamerika wurden kleinere Geschäftseinheiten für rund 57 Mio. Euro - mit Verlust - veräußert, die Steuerlast fiel höher als 2011 aus. Nach Anteilen Dritter sank der Überschuss um 3,3 Prozent auf 258,9 Mio. Euro, womit HeidelbergCement die Erwartungen der Analysten zumindest bei dieser Kennzahl verfehlte.

Heidelcement-Chef Scheifele bekräftigte trotz "großer politischer und wirtschaftlicher Unsicherheiten" die Geschäftsprognose für 2012. "Wir werden alles in unserer Macht stehende tun, um die positive Entwicklung fortzusetzen", sagte er. Umsatz und operatives Ergebnis sollen demnach im laufenden Jahr steigen, nach neun Monaten liegt der Konzern sowohl bei den Erlösen als auch beim operativen Gewinn rund neun Prozent über Vorjahr.

Neue Werke in Ghana, Indien, Liberia

Scheifele bleibt jedoch angesichts der verhaltenen Wirtschaftsaussichten in Europa vorsichtig, da im Zuge der Staatsschuldenkrise die Absatzmengen im laufenden Jahr quer über den europäischen Kontinent sänken. Zudem versprach das Management, die im dritten Quartal binnen Jahresfrist um 740 Mio. Euro auf 7,76 Mrd. Euro gedrückte Nettoverschuldung weiter zu senken. Der Schuldenabbau habe "höchste Priorität".

Unverändert positive Absatzchancen rechnet sich der mit Cemex, Lafarge und Holcim konkurrierende Konzern in Nordamerika sowie den Schwellenländern Asiens und Afrikas aus. In Ghana, Indien und Liberia stockt das Unternehmen seine Produktionskapazitäten mit neuen Zementwerken um mehr als fünf Millionen Tonnen auf, was viel Geld kostet.

Quelle: n-tv.de

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