Wirtschaft

Rückschlag für Kärnten: Heta-Gläubiger lehnen Angebot ab

Wichtige Gläubiger der österreichischen Skandalbank Hypo Alpe Adria und deren Bad Bank Heta versagen dem österreichischen Bundesland Kärnten einen Schuldenschnitt. Die größte Gläubigergruppe geht auf den Deal nicht ein.

Laut Österreichs Finanzminister passiert "grundsätzlich einmal gar nichts".
Laut Österreichs Finanzminister passiert "grundsätzlich einmal gar nichts".(Foto: REUTERS)

Das Angebot des österreichischen Bundeslandes Kärnten an die Gläubiger der Krisenbank Heta, der Bad Bank der Hypo Alpe Adria, dürfte wie erwartet scheitern. Die größte Gläubigergruppe hat die Offerte zum Rückkauf der Heta-Anleihen mit einem Abschlag nicht angenommen, sagte eine Sprecherin der Gruppe nach Angebotsende. Die Gruppe hält eigenen Angaben zufolge gut fünf Milliarden Euro des ausständigen Anleihenvolumens und kann damit die für das Angebot notwendige Zwei-Drittel-Mehrheit kippen.

Kärnten will das Ergebnis offiziell erst zu Beginn der kommenden Woche bekannt geben. Für Montagnachmittag wurde eine außerordentliche Regierungssitzung mit anschließender Pressekonferenz angekündigt. Erst dann werde das Ergebnis kommentiert, sagte Kärntens Landeshauptmann Peter Kaiser. "Wie auch immer: Abgerechnet wird zum Schluss", sagte der SPÖ-Politiker.

Auch Österreichs Finanzminister Hans Jörg Schelling will der offiziellen Ergebnisbekanntgabe nicht vorgreifen. "Wir wissen voraussichtlich im Laufe des Montags, wie es um die Annahme des Angebots bestellt ist", sagte der ÖVP-Politiker. Falls es tatsächlich zu einer Nichtannahme käme, passiert seiner Ansicht nach "grundsätzlich einmal gar nichts". Der nächste Schritt sei der Schuldenschnitt durch die Finanzmarktaufsicht (FMA).

Schellings "Zuckerl" hilft nicht

Kärnten hat den Heta-Gläubigern angeboten, ihre zu 100 Prozent garantierten Papiere zu 75 Prozent zurückzukaufen. Insgesamt wurden 7,8 Milliarden Euro geboten. Da das Land Haftung von rund elf Milliarden Euro übernommen hatte, müssten die Gläubiger auf rund drei Milliarden Euro verzichten.

Einige Investoren haben die Offerte von Anfang an abgelehnt und sich auch durch ein zusätzliches "Zuckerl" des Finanzministers nicht umstimmen lassen. Schelling wollte den Gläubigern das Angebot doch noch schmackhaft machen, indem er ihnen einen Tausch in eine 18-jährige Null-Kupon-Bundesanleihe angeboten hat, wenn sie ihre Papiere zu dem gebotenen Abschlag abgeben. Aber auch das war aber vielen Gläubigern noch zu wenig. Sie pochen auf eine vollständige Rückzahlung ihrer Forderungen.

Der Schuldenschnitt bei der Heta durch die FMA ist noch vor Ablauf des Moratoriums für Heta-Anleihen Ende Mai geplant. Bis dahin sind alle Tilgungen und Zinszahlungen auf Heta-Bonds ausgesetzt. Welche Quote die FMA festlegt, ist offen. Sobald der Schuldenschnitt angeordnet ist, ist mit Klagen der Investoren zu rechnen. Kärnten droht dann laut Finanzminister Schelling die Pleite. Experten rechnen mit jahrelangen Rechtsstreitigkeiten.

Quelle: n-tv.de

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