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Einer der teuersten Lagen der Welt: Midtown Manhattan mit Blick Richtung Central Park.
Einer der teuersten Lagen der Welt: Midtown Manhattan mit Blick Richtung Central Park.(Foto: REUTERS)

Betongold zu Bargeld: Sony verkauft US-Zentrale

Von einem solchen Geschäft träumen Immobilienmakler in lauen Sommernächten: Der Elektronik-Riese Sony trennt sich von einem Wolkenkratzer in allerbester Luxuslage. Der Käufer rollt lukrative Pläne aus. Die Entscheidung spült reichlich Geld in die Kassen der Japaner.

Charakterische Silhouette in Midtown Manhattan: Der Entwurf von Johnson/Burgee zählt zu den klassischen Hochhausbauten des 20. Jahrhunderts - und bringt den Japanern nun mehr als eine Milliarde Dollar ein.
Charakterische Silhouette in Midtown Manhattan: Der Entwurf von Johnson/Burgee zählt zu den klassischen Hochhausbauten des 20. Jahrhunderts - und bringt den Japanern nun mehr als eine Milliarde Dollar ein.(Foto: roryrory (CC BY-SA 2.0))

Der japanische Sony-Konzern macht in den USA Kasse: Für 1,1 Mrd. US-Dollar (825 Mio. Euro) verkauft das Unternehmen seine New Yorker Zentrale an ein Konsortium um die Immobiliengesellschaft Chetrit Group.

Sony hatte das 37-stöckige Gebäude an der Madison Avenue im Jahr 2002 für etwas mehr als 230 Mio. Dollar von der Telefongesellschaft AT&T übernommen. In den nachfolgenden Jahren zogen die Preise für Immobilien in Manhattan - vor allem in der Nähe des Central Parks - nahezu ungebremst an. Die zentrale Lage in Midtown ließ den Wert des Objekts unabhängig von allen Turbulenzen an den Finanzmärkten stetig anschwellen.

Der vor 29 Jahren gebaute Büroturm war offenbar sehr begehrt: Beim Verkäufer sollen rund 20 Gebote eingegangen sein. Mitverantwortlich für den hohen Preis und das starke Interesse dürften die vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten, die das Haus seinem Eigentümer bietet.

Das mit rosafarbenen Marmorplatten verkleidete Gebäude gilt zudem als architektonischer Meilenstein des Hochhausbaus im 20. Jahrhundert. Das von den Architekten Philip Johnson und John Burgee geplante Projekt wurde 1984 fertiggestellt. Allein die prominente Adresse "550 Madison Ave" dürfte genügen, um überaus zahlungskräftige Mieter aus aller Welt anzulocken.

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Die Interessenten hätten schon Pläne für hochwertige Wohnungen oder Hotelzimmer in der Tasche gehabt, hieß es aus New Yorker Maklerkreisen. Etwaige Umbaumaßnahmen dürften sich schnell bezahlt machen: In den besten Lagen der US-Metropole erreichen die Quadratmeterpreise immer wieder Spitzenwerte weit im fünfstelligen Bereich.

Im vergangenen Jahr sorgte der Verkauf einer Ausnahmewohnung in der Upper Eastside - nur wenige Blocks entfernt im Norden - für Aufsehen: Als Kaufpreis wurde eine Summe von bis zu 60 Mio. Dollar kolportiert.

Beifall an der Börse

Der Käufer des einstigen "AT&T Buildings" ist mit der Verwaltung von Hochhäusern besten vertraut: Die von Joseph Chetrit geleitete Chetrit Group hält unter anderem auch eine Beteiligung am Willis Tower, dem höchsten Gebäude in Chicago - und der USA.

Der Verkauf der USA-Zentrale löste an der Börse Beifall aus: Im Tokioter Aktienhandel sprang der Kurs der Aktie - in einem ohnehin ungewöhnlich starken Gesamtmarkt - um mehr als 12 Prozent ins Plus. Vor wenigen Tagen erst hatten japanische Medien berichtet, der angeschlagene Sony-Konzern werde auch eines seiner Bürogebäude in Tokio zu Geld machen.

Gegenstand der Verhandlungen ist offenbar der gerade mal zwei Jahre alte Bürokomplex "Sony City Osaki", der dem Konzern umgerechnet zwischen 1,0 und 1,5 Mrd. Dollar in die klammen Kassen spülen soll.

Der Umzug kann warten

Der Verkauf des Wolkenkratzers in Manhattan solle bis März über die Bühne gegangen sein, teilte Sony mit. Die New Yorker Mitarbeiter dürfen zunächst für weitere drei Jahre in ihrem angestammten Büroturm arbeiten. Später sollen sie in ein wahrscheinlich kleineres Gebäude umziehen.

Playstation- und TV-Produzent Sony schrieb im vergangenen Jahr einen Verlust von umgerechnet 4,3 Mrd. Euro; der Konzern hat mit der starken Konkurrenz zu kämpfen und der exporthemmenden Stärke des Yen. Mit umfangreichen Anstrengungen versucht Sony, sich zurück in Richtung Gewinnzone vorzuarbeiten. Unter anderem sollen 10.000 Stellen wegfallen. Gleichzeitig benötigt Sony aber auch knapp 800 Mio. Euro, die Firmenchef Kazuo Hirai in den "dringend nötigen" Umbau stecken will.

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Quelle: n-tv.de

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