Wirtschaft
Auf Hamburgs berühmtester Baustelle soll nun im Sommer 2016 das letzte Gerüst und der erste Vorhang fallen.
Auf Hamburgs berühmtester Baustelle soll nun im Sommer 2016 das letzte Gerüst und der erste Vorhang fallen.(Foto: dapd)

Elbphilharmonie zum Garantiepreis: Hochtief darf zu Ende bauen

Teurer als befürchtet und später als erhofft - die Elbphilharmonie macht dem Ruf öffentlicher Großbauprojekte alle Ehre. Nach dem jüngsten Preissprung von satten 200 Millionen Euro steht nun fest: Hochtief baut das Projekt zu Ende, doch das Risiko weiterer Preissteigerungen trägt künftig der Baukonzern.

Hochtief wird die Hamburger Elbphilharmonie für 575 Mio. Euro fertig bauen. Dies sei der "endgültige" Preis, weitere Mehrkosten entstünden nur bei "zukünftigen Sonderwünschen" Hamburgs, teilte der Baukonzern mit. Hamburg hatte Hochtief mit dem Entzug des Auftrags gedroht. Bis Ende Februar solle die Einigung mit der Hansestadt in verbindliche Verträge überführt werden, laufende gerichtliche Verfahren dann kurzfristig beendet werden.

Der Bau, der neben Konzertsälen auch ein Fünf-Sterne-Hotel, Restaurants und ein Parkhaus umfassen soll, werde bis Sommer 2016 fertiggestellt, versprach Hochtief. Damit verzögert sich das Prestige-Projekt einmal mehr: Ursprünglich sollte die Elbphilharmonie, mit deren Bau Anfang 2007 begonnen worden war, 2010 fertig sein, zuletzt war von Sommer 2015 die Rede.

"Unser Unternehmen wird viele Millionen Euro aufwenden, umfassende Garantien abgeben und viel mehr Verantwortung übernehmen, um die Elbphilarmonie so schnell und gut wie möglich zu realisieren", sagte Hochtief-Chef Marcelino Fernandez Verdes. Wegen des Streits um die Elphilharmonie hatte Hochtief Millionen-Rückstellungen bilden müssen. Nach Angaben von Unternehmenssprecher Bernd Pütter reichen diese aus, um das Projekt abzuschließen.

(Fast) alle zufrieden

Bürgermeister Olaf Scholz im Glück.
Bürgermeister Olaf Scholz im Glück.(Foto: dpa)

Hochtief sprach von einer auch für den Steuerzahler günstigsten Lösung. Dies sieht auch Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz so. "Das ist ein Vorschlag, der wirtschaftlich vernünftig ist und falls es teurer wird, sind es nicht die Risiken der Stadt, sondern die von Hochtief", sagte Scholz laut Medienberichten.

Die Stadt hatte auch darüber nachgedacht, das Projekt in Eigenregie zu übernehmen. Dabei hätte sie selbst mit Komplikationen fertig werden müssen. Zudem hätten sich die Rechtsstreitigkeiten mit Hochtief hingezogen. Unter diese wollen beide Parteien nun ebenfalls einen Strich ziehen.

Die Opposition in der Hamburger Bürgerschaft reagierte mit Skepsis auf die Einigung. "Sieht so Erfolg aus? Olaf Scholz hatte Hamburg versprochen, die Elbphilharmonie zügig fertig zu bauen und nicht mehr als die vereinbarten 323 Millionen Euro auszugeben", sagte der CDU-Fraktionsvorsitzende Dietrich Wersich. Beide Ziele habe der Bürgermeister nicht erreicht. Für die Grünen ist die Einigung ein "sehr teuer erkaufter Friedensvertrag".

Der Bund der Steuerzahler begrüßte die Entscheidung. "Bei der völlig verunglückten Vertragssituation ist dies ein optimales Verhandlungsergebnis des Ersten Bürgermeisters", erklärte der Geschäftsführer des Landesverbandes, Marcel Schweitzer.

Quelle: n-tv.de

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