Wirtschaft

ACS darf sich freuenHochtief mit Rekordergebnis

23.03.2011, 07:43 Uhr

Der Bauriese Hochtief schließt sein voraussichtlich letztes Geschäftsjahr als unabhängiger Konzern mit einem Rekordergebnis ab. Auftragseingang, Umsatz und Gewinn schnellen deutlicher als von Analysten erwartet in die Höhe, die Dividende wird angehoben.

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(Foto: dpa)

Die Geschäfte des vor der Übernahme durch die spanische ACS stehenden Baukonzerns Hochtief könnten kaum besser laufen. Das Gesamtjahr 2010 schloss das im MDax notierte Unternehmen mit einem erneuten Rekordergebnis ab. Dabei übertraf Hochtief mit seinen Zahlen die Schätzungen der Analysten deutlich.

Unter dem Strich betrug der Gewinn 288 Mio. Euro nach 191,7 Mio. Euro im Vorjahr. Der Umsatz kletterte um elf Prozent auf 20,16 Mrd. Euro. Der Auftragseingang lag mit 29,63 Mrd. Euro deutlich über dem Vorjahreswert von 22,47 Mrd. Euro. Hochtief übertraf damit die Erwartungen des Marktes deutlich.

Von dem Rekordgewinn sollen auch die Aktionäre profitieren. Das Management will die Dividende um 0,50 Euro auf 2 Euro je Aktie aufstocken. Die Anteilseigner können zudem auf Sonderdividenden hoffen: Hochtief bekräftigte, noch in diesem Jahr die Flughafen-Tochter Concessions verkaufen zu wollen. Im kommenden Jahr soll dann die Beteiligungsgesellschaft Aurelis Real Estate veräußert werden. Am Ergebnis beider Transaktionen würden die Aktionäre "angemessen" beteiligt.

Optimistische Prognose

Hochtief betonte, 2011 abhängig vom geplanten Verkauf der Flughafen-Sparte Concessions ein Vorsteuerergebnis von einer Mrd. Euro erreichen zu wollen. 2012 soll dann - abhängig vom Aurelis-Verkauf - erneut ein Vorsteuerergebnis von einer Mrd. Euro folgen. Im Jahr 2013 will der Konzern dann ein Vorsteuerergebnis von mehr als einer Mrd. erwirtschaften. Als Konzerngewinn erwartet Hochtief für 2011 etwa 600 Mio., für 2012 etwa 500 Mio. und für 2013 etwa 450 Mio. Euro.

Unterdessen hat ACS hat seinen Griff weiter gefestigt. Der spanische Konzern halte "mehr als 39 Prozent" der Anteile, sagte Hochtief-Chef, Herbert Lütkestratkötter. "Derzeit befinden wir uns in Gesprächen mit unserem Großaktionär mit dem Ziel, Spielregeln für das veränderte Miteinander festzulegen", fügte er hinzu. "Über konkrete Ergebnisse kann ich ihnen derzeit noch keine weitere Auskunft geben."

Hochtief kämpft seit Monaten um seine Unabhängigkeit. ACS hatte jedoch mit einem freiwilligen Übernahmeangebot mehr als 30 Prozent der Aktien eingesammelt. In den kommenden Monaten will der Konzern von Real-Madrid-Chef Florentino Perez auf knapp mehr als 50 Prozent aufstocken.

Quelle: rts/dpa