Wirtschaft
Riesige Stückzahlen: Allein in Deutschland werden pro Quartal rund 15 Millionen Schweine geschlachtet - in China sind es wohl entsprechend mehr.
Riesige Stückzahlen: Allein in Deutschland werden pro Quartal rund 15 Millionen Schweine geschlachtet - in China sind es wohl entsprechend mehr.(Foto: REUTERS)

Schlachtkonzern für Anleger: Hongkong erwartet die Schweineaktie

Bewegung am Markt für Agrarrohstoffe: Gespannt blicken Analysten dem Börsengang des weltgrößten Schweinfleischproduzenten entgegen. Die Preisspanne steht fest. Die Aktien der WH-Gruppe könnten bis zu 41,2 Milliarden Hongkong-Dollar einbringen.

Es geht um einen bislang kaum bekannten Marktführer in einem riesigen Zukunftsmarkt: In Hongkong können Anleger bald in Schweinefleisch investieren. Unter den Augen neugieriger Beobachter bereiten Banken und Broker die Erstnotiz von Aktien der chinesischen WH-Gruppe vor.

Der weltgrößte Produzent von Schweinefleisch soll zum 30. April an die Börse in Hongkong gehen, wie das "Wall Street Journal" unter Berufung auf offizielle Dokumente des fernöstlichen Finanzzentrums berichtete. Mit dem Börsengang will das Unternehmen bis zu 4,6 Milliarden Euro einnehmen.

Die WH-Gruppe, die zuvor unter dem nur Branchenkennern bekannten Namen "Shuanghui International" firmierte, ist als weltgrößter Schweinefleisch-Produzent sowohl in der Aufzucht und Schlachtung als auch im Fleischhandel aktiv. Zudem ist das Unternehmen an der spanischen Firma Campofrio Food beteiligt. Im vergangenen Jahr hatte WH mit einem Milliardendeal den US-Riesen Smithfield Foods übernommen.

Nun will die Gruppe 3,66 Milliarden Aktien zum Preis zwischen 5,00 Hongkong-Dollar (umgerechnet rund 0,46 Euro) und 11,25 Hongkong-Dollar verkaufen. Der Börsengang von WH wird damit der weltweit größte Börsengang, seit der brasilianische Pensionsfonds BB Seguridade Participacoes im vergangenen Jahr 4,1 Milliarden Euro einnahm.

China hungert nach Fleisch

Der Handel mit Schweinefleisch gilt als lukrativ: An der weltweit wichtigsten Rohstoffbörse, der Chicago Mercantile Exchange, ist der Preis für mageres Schweinefleisch seit dem vergangenen Jahr um 50 Prozent gestiegen.

In den asiatischen Schwellenländern abseits islamisch geprägter Kulturkreise zählt Schweinefleisch zu den begehrten Nahrungsmitteln einer aufstrebenden Mittelschicht. Tiefgekühlt lassen sich ganze Schweinehälften ebenso leicht rund um den Erdball transportieren wie weiter verarbeitete Nahrungsmittel auf Schweinefleischbasis.

Fleisch als Statussymbol

Allein der chinesische Markt steht nach Schätzungen von Branchenexperten für etwa die Hälfte der weltweiten Nachfrage nach Schweinefleisch. Noch lässt sich ein Großteil des Bedarfs aus heimischen Beständen decken. Doch dabei wird es nicht lange bleiben.

Mit den demografischen Entwicklungen in China und den übrigen asiatischen Schwellenstaaten rechnen Analysten mit einem kräftig steigenden Importvolumen. Je mehr Bürger die traditionelle Lebensweise auf dem Land aufgeben, um in den rasant anwachsenden Großstädten einen Arbeitsplatz in der Industrie zu finden, desto stärker dürfte der Bedarf an Fleischprodukten zunehmen.

Quelle: n-tv.de

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