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Bieterverfahren für Max Bahr kurz vor dem Ende: Hornbach bedient sich bei Praktiker

Hornbach profitiert von der Pleite des Konkurrenten Praktiker dreifach: Die Baumarktkette ist nach Obi und Bauhaus die neue Nummer drei in Deutschland. Zudem erhofft man sich mehr Kunden und Umsatz - und schielt auf einige Filetstücke der insolventen Gruppe.

Die drittgrößte deutsche Baumarktkette Hornbach bedient sich an der Praktiker-Insolvenzmasse und will mehrere Märkte übernehmen. "Wir haben bei den Insolvenzverwaltern Interesse an bis zu zehn Praktiker- und Max-Bahr-Standorten angemeldet, die wir mieten oder kaufen wollen, um weiße Flecken auf der Hornbach-Landkarte zu schließen", sagte Hornbach-Holding-Chef Albrecht Hornbach dem "Tagesspiegel". In Köln und Düsseldorf, aber auch in Rostock, Hamburg und München gebe es noch Potenzial.

Der "Wirtschaftswoche" zufolge müssen Kaufinteressenten verbindliche Angebote bis Dienstag vorlegen. Der Sprecher der beiden vorläufigen Insolvenzverwalter Christopher Seagon und Jens-Sören Schröder, Holger Voskuhl, wollte den Bericht nicht kommentieren. «Wir geben wie gehabt keine Wasserstandsmeldungen ab», sagte er.

Noch mehr Interessenten

Laut "Wirtschaftswoche" sollen sich die Globus-Gruppe, ein Konsortium um die Baumarktkette Hellweg sowie ein weiterer strategischer Investor für die Praktiker-Tochter Max Bahr interessieren. Insgesamt sollen mindestens 125 Märkte den Besitzer wechseln. Laut «Wirtschaftswoche» gilt als Knackpunkt die Frage, inwieweit die Royal Bank of Scotland (RBS) Mietkürzungen akzeptiert. Die Bank ist größter Gläubiger des Max-Bahr-Vermieters Moor Park.

Durch die Praktiker-Pleite ist Hornbach zum drittgrößten Baumarktkonzern Deutschland nach Obi und Bauhaus aufgestiegen. Praktiker hatte sich mit Rabatt-Aktionen verkalkuliert, nun kümmern sich Insolvenzverwalter um das Unternehmen. Hornbach sei nicht an einer Übernahme von Praktiker, sondern nur an einzelnen Standorten interessiert, hatte Hornbach am Freitag bekräftigt. Derzeit betreibt Hornbach 140 Bau- und Gartenmärkte in neun Ländern.   

Wegen der Praktiker-Pleite hofft die Baumarkt-Kette auf mehr Kunden. "Die ganze Branche wird davon profitieren, dass Praktiker den Markt verlässt, auch wir", sagte Hornbach dem "Tagesspiegel". "Wir denken, dass rund ein Drittel der Praktiker-Umsätze in Höhe von 3 Milliarden Euro künftig beim Wettbewerb landen werden."

Quelle: n-tv.de

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