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Eurocopter EC 225: Nach zwei Notwasserungen ist die Fluggenehmigung vorübergehend weg.
Eurocopter EC 225: Nach zwei Notwasserungen ist die Fluggenehmigung vorübergehend weg.(Foto: REUTERS)

Flugverbot für Eurocopter-Maschinen: Hubschrauberpannen bei EADS

Der EC225 ist der beliebteste Hubschrauber für den Transport zu Ölplattformen weltweit. Doch die EADS-Tochter Eurocopter kämpft derzeit mit Problemen. Nach zwei Notwasserungen verhängt die britische Flugaufsicht ein Flugverbot. Der gute Ruf des Welmarktführers steht auf dem Spiel, die US-Konkurrenz profitiert bereits.

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Hubschrauber-Kunden des Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS haben derzeit ein Problem: Die vorrangig in der Öl- und Gasindustrie eingesetzten Hubschrauber EC225 dürfen derzeit nicht abheben. Nach zwei Notwasserungen können die Helikopter möglicherweise für drei lange Monate nicht mehr eingesetzt werden. Für die Ölindustrie ist das eine schlechte Nachricht, denn sie versorgt mit den Fluggeräten weltweit ihre Ölplattformen auf See.

Verhängt hat das Flugverbot die britische Flugaufsicht. Zuvor hatte es im Mai und im Oktober zwei Vorfälle gegeben, bei denen die Helikopter eine Notlandung auf dem Meer vornehmen mussten. Dank einer Auftriebhilfe gingen die Hubschrauber nicht unter, und es wurde auch niemand verletzt.

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Die betroffenen Besatzungen der Ölplattformen werden aber nun nicht mehr versorgt, sie müssen Sonderschichten einlegen, es fehlt Material, und die Branche ist händeringend auf der Suche nach Ersatz für die ausgefallenen Hubschrauber.

Sikorsky profitiert

Die EADS-Tochter Eurocopter teilte allen betroffenen Kunden mit, das Unternehmen arbeite an einer Lösung des Problems. Die Hubschrauber würden spätestens im Februar wieder starten und landen können. Dabei ist der Vorfall dem Unternehmen äußerst peinlich. Der gute Ruf des Hubschrauberherstellers steht auf dem Spiel. Eurocopter ist Weltmarktführer bei zivilen Hubschraubern.

Das Problem bei den Helikoptern ist bereits identifiziert. Beide notgewasserten Maschinen hatten Risse in einem Teil des Getriebes. Nun muss eine Lösung gefunden werden. Währenddessen bleiben die Hubschrauber des Typs am Boden, damit keine Menschenleben gefährdet werden.

Die Betreiber der Helikopterflotten sind kleine, selbständige Firmen. Die stehen untereinander in einem scharfen Wettbewerb, machen nun aber aus der Not eine Tugend. Wer mit anderen Hubschrauer-Modellen noch fliegen kann, bietet seinen Kollegen den freien Platz an, damit möglichst viel Material und Menschen an den Bestimmungsort gelangen können.

Der EC225 ist der beliebteste Hubschrauber für den Transport zu Ölplattformen weltweit. Die nun aufgetretenen Probleme richten nicht nur Schaden am Image der EADS-Tochter an. Auch Aufträge gehen verloren. So erteilte der texanische Flottenbetreiber Bristow dem Eurocopter-Wettbewerber Sikorsky bereits einen Auftrag für zehn Maschinen.

Für EADS selbst ist das Ganze nur ein weiteres in einer langen Reihe von Problemen in jüngster Zeit: Da wären etwa die Korruptionsvorwürfe rund um einen Eurofighter-Deal mit Österreich. Oder auch die Haarrisse in den Tragflächen des Prestigeprojekts A380.

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Quelle: n-tv.de

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