Wirtschaft
Die HGGA und die Bayerische Landesbank liegen im Streit.
Die HGGA und die Bayerische Landesbank liegen im Streit.(Foto: picture alliance / dpa)

Österreicher schlagen zurück: Hypo verklagt Bayerns Landesbank

Der Rechtsstreit zwischen der BayernLB und der Hypo Alpe Adria um die Rückzahlung eines milliardenschweren Kredits ist um eine Facette reicher. Die österreichische Staatsbank verlangt Hunderte Millionen Euro vom deutschen Institut.

Die österreichische Bank Hypo Group Alpe Adria (HGAA) verklagt die Bayerische Landesbank auf Rückzahlung von rund 710 Millionen Euro. Die Anklageschrift sei am Donnerstag beim Landgericht München eingereicht worden, sagte HGAA-Sprecher Nikola Donig.

Bei dem Streit geht es um die Rückzahlung eines mehr als vier Milliarden Euro schweren Kredits, den die Bayern den Österreichern gewährt hatten, als die Bank noch ihnen gehörte. Über zwei Milliarden Euro davon hatte die Hypo bis Ende 2012 bereits zurückgezahlt. Dann waren die Österreicher aber zu der Ansicht gelangt, dass es sich bei dem Geld um ein Darlehen mit Eigenkapitalcharakter gehandelt hat. Daraufhin hatten sie die Zahlungen gestoppt und die bereits geleisteten Zahlungen zurückgefordert. Die BayernLB pocht ihrerseits auf die Rückzahlung der gesamten Kreditsumme.

Mit der Klage wolle die Hypo verhindern, dass ihre Rechtsansprüche verjähren, sagte der Sprecher. Die Summe entspreche jenen 500 Millionen Euro, die die Hypo 2008 an Zinsen und Tilgungen geleistet habe, sowie weiteren 210 Millionen Euro an Nebenansprüchen an die BayernLB, also etwa entstandene Zinsen.

Die Bayern geben sich gelassen

Verhandlungen zu einem Verjährungsverzicht mit der ehemaligen Mutter hätten zu keinem Ergebnis geführt: "Das wollte die BayernLB nicht." Die Landesbank hielt dagegen: "Die BayernLB sieht derartige Ansprüche der HGAA grundsätzlich als vollkommen unbegründet an."

Die HGAA wolle im kommenden Jahr erneut eine Klage auf Rückzahlung aller nach München geflossenen Gelder aus dem Jahr 2009 einbringen, sollte man bis dahin zu keiner Einigung gekommen sein, so Donig.

Die BayernLB hatte die ehemalige Kärntner Landesbank 2007 gekauft und 2009 nach Milliardenverlusten zum symbolischen Preis von einem Euro an Österreich zurückgegeben. Dort wurde sie notverstaatlicht. Im vergangenen Dezember reichte die BayernLB beim Landgericht München eine Klage auf vollständige Rückzahlung von 4,6 Milliarden Euro ein.

Quelle: n-tv.de

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