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Cloud-Computing bringt IBM bisher zu wenig ein.
Cloud-Computing bringt IBM bisher zu wenig ein.(Foto: dpa)

Von der Hardware zur Cloud: IBM kämpft mit Konzernumbau

Der einstige Marktführer IBM kämpft mit seinem eigenen Umbau: Erneut sind Umsatz und Gewinn eingebrochen. Das Geschäft mit dem Cloud-Computing kommt nicht in die Gänge und die Nachfrage nach den IBM-Klassikern ist besonders schwach.

Der Konzernumbau in Richtung Cloud-Computing setzt dem einstigen High-Tech-Marktführer IBM immer stärker zu. Der Umsatz schrumpfte gegen Ende 2014 das elfte Quartal in Folge, wie das US-Unternehmen mitteilte. Mit einem Rückgang von zwölf Prozent auf 24,1 Milliarden Dollar sank er sogar noch stärker als von Experten befürchtet. In der Hardware-Sparte betrug das Minus sogar 39 Prozent.

Die Umstellung vom weniger lukrativen Hardware-Geschäft zum zukunftsträchtigen Angebot für eine Datenauslagerung in Internet zahlt sich für den weltgrößten IT-Dienstleister noch immer nicht aus. Der Gewinn fiel im vierten Quartal ebenfalls um zwölf Prozent auf 5,5 Milliarden Dollar.

Ähnlich wie der deutsche Rivale SAP nimmt auch IBM nun weitere Abstriche beim Profit für den Konzernumbau in Kauf. Das Management kappte das Gewinnziel für dieses Jahr. Die Anleger waren davon nicht begeistert: Die Aktie fiel nachbörslich um rund zwei Prozent. Die Branche insgesamt wandelt sich derzeit stark. Das traditionelle PC-Geschäft bricht weg, dafür wird die Technologiewelt zunehmend vom Internet dominiert.

Wenig Geld aus der Wolke

Wie die Konkurrenten Hewlett-Packard, Oracle und Cisco pumpte auch IBM deshalb viel Geld in das Cloud-Computing, bei dem Kunden Speicher- und Softwaredienstleistungen von Rechenzentren ins Internet verlagern. Zugleich trennte sich das von zahlreichen Geschäftsbereichen.

Doch der eingeschlagene Kurs ist kostspielig. So gab der Konzern im Oktober das defizitäre Halbleitergeschäft an den Auftrags-Chipfertiger Globalfoundries ab und muss dafür binnen drei Jahren 1,5 Milliarden Dollar draufzahlen. Zudem konnte das Cloud-Computing den auch mit den Spartenverkäufen verbundenen Umsatzverlust bislang nicht ausgleichen.

Die Einnahmen sanken im vergangenen Jahr auf 93 Milliarden Dollar von 107 Milliarden Dollar 2011. Doch der Konzern will an seiner Strategie festhalten: Umsatz sei nicht alles, sagte Finanzchef Martin Schroeter. "Wir werden weitere Bereiche abstoßen, wenn sie nicht zu unserer Strategie passen."

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Quelle: n-tv.de

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