Wirtschaft
IBM-Chefin Ginni Rometty reagierte auf den schwachen Jahresabschluss ihres Unternehmens - und strich den Führungskräften die Bonuszahlungen.
IBM-Chefin Ginni Rometty reagierte auf den schwachen Jahresabschluss ihres Unternehmens - und strich den Führungskräften die Bonuszahlungen.(Foto: picture alliance / dpa)

Konzernchefin Rometty verzichtet auf Bonus: IBM macht beim Umsatz wieder schlapp

Platzhirsch IBM kann seine Umsatzeinbußen auch im Schlussquartal nicht stoppen. Zum siebten Mal in Folge geht es bergab. Konzernchefin Ginni Rometty setzt nach US-Börsenschluss ein Zeichen. Sie verzichtet auf ihren Bonus und kündigt Investitionen an.

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Der weltweit größte IT-Dienstleister, IBM, muss im vierten Quartal 2013 zum siebten Mal hintereinander einen Umsatzrückgang vermelden. Darüber hinaus blieb der Konzern für Software, Hardware und Unternehmensberatung im vergangenen Jahr zum ersten Mal seit 2010 unter der Umsatzmarke von 100 Milliarden Dollar, wobei vor allem der deutliche Rückgang im Hardwaregeschäft eine Rolle spielte.

Einzig mit Software und geschäftlichen Beratungsleistungen konnte IBM noch zulegen. Entsprechend ging es für die Aktie im nachbörslichen Handel erst einmal um 3,7 Prozent nach unten. Für Konzernchefin Ginni Rometty fiel die Schlappe so groß aus, dass sie nach US-Börsenschluss zusammen mit den Zahlen einen Verzicht auf Bonuszahlungen für 2013 ankündigte. Auch andere Führungskräfte werden danach verzichten. Gleichzeitig betonte sie Fortschritte in Zukunftssparten, in die auch künftig massiv investiert werden solle. Zuletzt hatte IBM angekündigt, vor allem ins "Cloud Computing" Geld zu pumpen.

Steuereffekte helfen Gewinn auf die Sprünge

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Im Schlussquartal fielen die Einnahmen um 5,5 Prozent auf nun 27,7 Milliarden Dollar gegenüber dem Vorjahreszeitraum – Analysten reagierten enttäuscht, sie hatten zuletzt noch 28,25 Milliarden Dollar prognostiziert. Aufgrund niedriger Steuersätze konnte IBM seinen Nettogewinn jedoch sogar um sechs Prozent steigern. Vor Sondereffekten verdiente IBM pro Anteilsschein damit 6,13 Dollar und konnte in diesem Fall die Einschätzung der Analysten von 5,99 Dollar pro Aktie noch übertreffen. Dabei fiel die Bruttomarge auf 51,7 Prozent, während sie im Vorjahr noch bei 51,8 Prozent gelegen hatte.

IBM gibt sich jedoch trotz der fallenden Einnahmen zuversichtlich und rechnet für 2014 mit einem operativen Gewinn von 18 Dollar pro Aktie, was die Analystenmeinung von 17,97 Dollar übersteigt. Außerdem prüft der Konzern den Verkauf seines Servergeschäfts. Dieses weist zwar ein hohes Volumen auf, wirft dabei jedoch kaum Renditen ab. Dem "Wall Street Journal" zufolge steht das Unternehmen daher in Verhandlungen mit Lenovo, dem größten PC-Hersteller Chinas. Lenovo räumt ein, dass es sich in der Frühphase von Gesprächen über einen möglichen Zukauf von IBMs Serversparte befinde, wollte sich jedoch sonst nicht weiter zu dem Vorgang äußern.

Im Gesamtjahr gelang IBM zumindest einen Zuwachs beim operativen Gewinn von zwei Prozent auf 18 Milliarden Dollar. Netto stand aber auch hier ein Rückgang in den Büchern, und zwar von einem Prozent auf 16,5 Milliarden Dollar. Der Umsatz fiel im Gesamtjahr um fünf Prozent auf knapp 100 Milliarden Dollar.

Negativ-Rekorde für PC-Industrie

Die Ergebnisse von IBM gelten häufig als Indikator für die Investitionslaune anderer Unternehmen in ihre IT. Einschätzungen der Marktforschungsinstitute Gartner und IDC zufolge hat die PC-Industrie 2013 das bislang schwächste Jahr ihrer Geschichte erlebt. Um zehn Prozent rutschen die Verkäufe ab, was den stärksten Rückgang seit den früher 1980er Jahren bedeute. Ein Grund für das schwache Geschäft mit Heimcomputern ist der Trend hin zu Tablet und Smartphone. Statt am Schreibtisch zu sitzen, verlagern immer mehr Nutzer so ihre Arbeit und Freizeitgestaltung mit dem Computer auf tragbare Geräte.

Quelle: n-tv.de

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