Mittwoch, 18. November 2009
Für den Erhalt von Jobs: IG Metall bescheidet sich
Die IG Metall wird mit moderaten Lohnforderungen in die kommende Tarifrunde gehen. Die Gewerkschaft wolle im kommenden Jahr vielmehr ein "Job-Paket" schnüren.
Ein Opel-Mitarbeiter fährt mit einer IG-Metall-Fahne auf einem Fahrrad durch das Opel-Werk in Bochum.
(Foto: picture-alliance/ dpa)
"Wir wissen, dass Krise ist, und die Forderung wird dementsprechend ausfallen", sagte der nordrhein-westfälische IG-Metall-Bezirksleiter Oliver Burkhard der "Welt". Dazu müsse das unausgesprochene "Bündnis für Arbeit", das es im Krisenjahr 2009 über die staatlich geförderte Kurzarbeit gegeben habe, weitergeführt werden, forderte Burkhard.
Burckhard stößt damit ins Horn von IG Metallchef Berthold Huber, der bereits vor drei Wochen angekündigt hat, dass die Entgeltforderungen für der Tarifrunde 2010 eher bescheiden ausfallen werden – zugunsten des Erhalts von Arbeitsplätzen.
Hauptbestandteil des Pakets soll laut Burkhard die Beschäftigungssicherung über eine Arbeitszeitverkürzung sein. Bis auf 28 Wochenstunden sollte seinen Angaben zufolge die Arbeitszeit gesenkt werden können. Die Arbeitgeber sollten aber einen Teillohnausgleich zahlen. Kurzarbeit allein reiche nicht, sagte Burkhard der Zeitung. Nötig sei eine neue Solidarleistung, an der sich der Staat, Arbeitnehmer und Arbeitgeber beteiligten. Der Staat müsse den Teillohnausgleich von Steuern und Abgaben befreien.
Die Arbeitszeit könnte wie in der Stahlindustrie zunächst ohne Lohnausgleich auf bis zu 33 Stunden abgesenkt werden, sagte Burkhard. Bei einer weiteren Reduzierung auf 28 Stunden müssten Arbeitnehmer dann aber 25 Prozent des wegfallenden Stundenlohns bekommen.
IG-Metall-Chef Berthold Huber hatte bereits im Oktober angekündigt, dass seine Gewerkschaft in der kommenden Tarifrunde vor allem für den Erhalt von Arbeitsplätzen kämpfen. Er verwies dabei auch auf die niedrige Inflationsrate. Verdi-Chef Frank Bsirske dagegen will trotz Krise höhere Löhne durchsetzen. Lohnverzicht sei "in einer Zeit, in der wir uns am Rande einer Deflation bewegen" der falsche Weg, hatte Bsirske im Oktober gesagt.
ddi/AFP
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