Wirtschaft
Etwa 380.000 Flüchtlinge, die 2015 nach Deutschland kamen, könnten auf dem Arbeitsmarkt integriert werden.
Etwa 380.000 Flüchtlinge, die 2015 nach Deutschland kamen, könnten auf dem Arbeitsmarkt integriert werden.(Foto: dpa)

Flüchtlinge auf dem Arbeitsmarkt: IG Metall fordert Integrationsjahr

Um erwerbsfähige Flüchtlinge in Arbeit zu bringen, schlägt die Gewerkschaft IG Metall ein subventioniertes Einstiegsjahr vor - Potenzial gebe es vor allem im Handwerk. Doch nicht nur Asylbewerber sollen von dem Modell profitieren.

Die IG Metall hat für anerkannte Flüchtlinge ein betriebliches Integrationsjahr gefordert. Neben einem Arbeitsplatz soll es dabei auch Integrations- und Sprachkurse geben, wie die Gewerkschaft vorschlug. Finanzielle Förderung soll demnach von der Bundesagentur für Arbeit (BA) kommen, indem bereits vorhandene Programme genutzt werden. Im Gespräch sind staatliche Lohnzuschüsse von bis zu 50 Prozent im ersten Betriebsjahr. Ein solches Integrationsjahr regte die IG Metall auch für Langzeitarbeitslose an.

"Um einen Einstieg in unseren sehr ausdifferenzierten und komplexen Arbeitsmarkt zu finden, benötigen wir stimmige Einstiegsmodelle", erklärte der IG-Metall-Vorsitzende Jörg Hofmann. Alle müssten sich der Herausforderung der beruflichen Integration stellen. Sie sei "machbar". Das Integrationsjahr soll nach den Vorstellungen der IG Metall allen offen stehen, die am Arbeitsmarkt benachteiligt sind. "Es gilt das Prinzip: Gleiche Ansprüche für alle, die unsere gesellschaftliche Unterstützung brauchen", erklärte Hofmann.

Tariflöhne auch für Flüchtlinge

Wie der Vorsitzende der IG Metall, Jörg Hofmann erläuterte, soll jede Spaltung des Arbeitsmarktes vermieden werden. "Wir wollen keine Lohnkonkurrenz zu anderen Arbeitsuchenden", sagte Hofmann. Daher sollten tarifliche Entgelte gezahlt werden. Das Modell soll neben einem Arbeitsplatz auch Integrations- und Sprachkurse für Flüchtlinge umfassen. Qualifizierung und Job könnten "betriebsnah kombiniert" werden. Das größte Potenzial dafür sieht Hofmann beim Handwerk.

Angesichts von 43 Millionen Beschäftigten in Deutschland, 2,1 Millionen offenen Stellen und etwa 380.000 erwerbsfähigen Flüchtlingen aus dem vorigen Jahr "sprechen wir von Zahlen, die der Arbeitsmarkt sehr wohl verarbeiten kann - gute Qualifizierung vorausgesetzt", so Hofmann.

Quelle: n-tv.de

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