Wirtschaft

Vor den Tarifverhandlungen: IG Metall wartet noch mit Forderung

Keine Forderung, aber dafür eine Empfehlung: Die IG Metall steht vor schwierigen Tarifverhandlungen mit den Arbeitgebern. Nach Beratungen in den einzelnen Regionen soll die Lohnforderung am 29. Februar abgegeben werden.

Die Tarifgespräche beginnen Mitte März.
Die Tarifgespräche beginnen Mitte März.(Foto: dpa)

Die IG Metall hat sich nach der ersten Beratungsrunde in den Bezirken noch nicht auf eine Zahl für die Lohnforderung in dieser Tarifrunde festgelegt. Der Vorstand sprach sich für eine Spanne von 4,5 bis 5,0 Prozent Entgelterhöhung für die 3,8 Millionen Beschäftigten der Metall- und Elektrobranche aus.

"Wir wollen mit unserer Entgeltforderung zur Verteilungsgerechtigkeit in unserer Gesellschaft beitragen", sagte IG-Metall-Chef Jörg Hofmann in Frankfurt. Von den großen Bezirken hatten Bayern und Baden-Württemberg vergangene Woche 5 Prozent gefordert, Nordrhein-Westfalen die Spanne von 4,5 bis 5 Prozent. Die Bezirke Mitte und Berlin-Brandenburg hatten bis zu 5 Prozent genannt, ohne eine Untergrenze zu nennen.

Endgültig beschlossen werden soll die Forderung nach erneuten Beratungen in den Regionen am 29. Februar. Die Verhandlungen beginnen Mitte März. Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall warnte die Gewerkschaft bereits davor, die Unternehmen angesichts konjunktureller Risiken zu überfordern.

Die Tarifparteien rechnen mit schwierigen Verhandlungen. Im vergangenen Jahr hatte die größte deutsche Gewerkschaft, die 2,27 Millionen Mitglieder hat, 5,5 Prozent Tariferhöhung gefordert und mit den Arbeitgebern nach einer massiven Warnstreikwelle 3,4 Prozent vereinbart.

Bofinger empfiehlt 3 Prozent Lohnerhöhung

Der Wirtschaftsweise Peter Bofinger sprach sich indes für bundesweit knapp 12 Millionen Arbeitnehmer für deutliche Gehaltszuwächse aus. "Die Löhne sollten im Durchschnitt um gut 3 Prozent steigen", sagte das Mitglied des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung der "Berliner Zeitung".

Eine solche Lohnerhöhung würde dazu beitragen, dass sich der derzeit sehr geringe Preisanstieg dem Inflationsziel der Europäischen Zentralbank (EZB) von knapp zwei Prozent annähert, sagte Bofinger. Dies würde die gesamte Eurozone stabilisieren, und die Notenbank könnte ihre extreme Niedrigzinspolitik beenden.

Quelle: n-tv.de

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