Wirtschaft

Lohnplus an Ertragslage gebunden: IG Metall will "Turnaround in Tarifbindung"

Die IG Metall werde auf eine Erhöhung der Realeinkommen setzen, die der guten Ertragslage der Unternehmen angemessen sei, sagt ihr Chef Hofmann. Erstmals sollen auch nicht tarifgebundene Unternehmen einbezogen werden.

Jörg Hofmann vermeldet eine steigende Mitgliederzahl.
Jörg Hofmann vermeldet eine steigende Mitgliederzahl.(Foto: REUTERS)

Die IG Metall will in der Tarifrunde der Metall- und Elektroindustrie ihre Forderungen in diesem Jahr an der guten Ertragslage der Unternehmen orientieren. Wie der Erste Vorsitzende der Gewerkschaft, Jörg Hofmann, in Frankfurt sagte, will die IG Metall in diesem Jahr erstmals auch nicht tarifgebundene Unternehmen in die Tarifrunde einbeziehen.

"Für die Metall- und Elektroindustrie wird der Vorstand am 2. Februar eine Forderung beschließen", sagte Hofmann bei der Jahresauftakt-Pressekonferenz. Die IG Metall werde auf eine Erhöhung der Realeinkommen setzen, die der guten Ertragslage der Unternehmen angemessen sei. "Die stabile wirtschaftliche Situation, wie sei allseits konstatiert wird, wird auch 2016 vor allem vom privaten Konsum getragen; daher gibt es auch keinen Grund, von der verlässlichen Einkommenspolitik der IG Metall abzuweichen", sagte Hofmann.

Nach Hofmanns Aussage hat die IG Metall ihre Mitgliederzahl im vergangenen Jahr zum dritten Mal in Folge steigern können - auf 2,274 Millionen, den höchsten Stand der vergangenen zehn Jahre. Neue Mitglieder will die Gewerkschaft von nun auch in der digitalen Arbeitswelt gewinnen, die es "zu erobern" gelte. "Sie ist keine uneinnehmbare Festung von Technokraten und Profitinteressen", sagte Hofmann.

Nach Aussage ihres Chefs will die IG Metall in die nächste Tarifrunde gezielt nicht tarifgebundene Betriebe einbeziehen. "In den vergangenen Jahren ist es uns gelungen, die Tarifbindung zu stabilisieren, nun gilt es, den Turnaround in der Tarifbindung zu schaffen", sagte Hofmann.

Quelle: n-tv.de

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