Wirtschaft
(Foto: picture alliance / dpa)

Rosskur für den Bankensektor: ING streicht Stellen

Das maue Versicherungsgeschäft macht der niederländischen ING Groep schwer zu schaffen. Nach einem Gewinneinbruch kündigt der Konzern einen weiteren Stellenabbau an. Wegen des schwierigen Marktumfelds sollen im Versicherungsgeschäft 1350, im Investmentbanking 1000 Stellen wegfallen. Auch die Commerzbank leibäugelt angeblich mit Jobabbau.

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Der vom Staat gerettete niederländische Finanzkonzern ING baut erneut Tausende Arbeitsplätze ab und treibt damit die Schrumpfkur im europäischen Bankensektor weiter voran. Um dem schwierigen Marktumfeld Rechnung zu tragen streiche das Unternehmen 2350 Stellen im Banken- und Versicherungsgeschäft, teilte der niederländische Marktführer mit und legte zugleich ein enttäuschendes Quartalsergebnis vor.

Damit kürzt ING 2,5 Prozent aller Arbeitsplätze, nachdem der Konzern 2011 schon den Abbau von 2700 Jobs im heimischen Privatkundengeschäft bekanntgegeben hatte. Erst Ende Oktober kündigte die Schweizer UBS mit dem Abbau von 10.000 Stellen eine der größten Personalkürzungen in der Branche seit der Lehman-Pleite an.

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Im europäischen Versicherungsgeschäft streichen die Niederländer 1350 Jobs, im Bankgeschäft 1000 Stellen. Mit den Stellenkürzungen will der Konzern, der vor der Trennung der Versicherungssparte steht, mittelfristig 460 Mio. Euro einsparen. ING erzielte im dritten Quartal einen Gewinn von 609 Mio. Euro und verfehlte damit klar die Erwartungen von Analysten, die mit 872 Mio. Euro gerechnet hatten.

Der niederländische Finanzkonzern hatte 2008 eine Geldspritze über zehn Milliarden Euro vom Staat erhalten. Um die Staatshilfen zurückzuzahlen, zwang die EU-Kommission das Finanzinstitut, die Bilanzsumme bis 2013 um fast die Hälfte zu reduzieren und das Versicherungsgeschäft zu verkaufen. In diesem Jahr hat die Schuldenkrise sowohl den Handel an den Finanzmärkten als auch die Zahl der Übernahmen gebremst. Deshalb streichen nicht nur große internationale Player wie die Deutsche Bank und die UBS Stellen, sondern auch zahlreiche kleine Finanzfirmen.

Commerzbank hat 6000 Stellen im Visier

Auch bei der deutschen Commerzbank reißen vor der Präsentation ihrer neuen Strategie die Spekulationen um den erwarteten Stellenabbau nicht ab. Nach Informationen der "Zeit" könnten den Sparplänen sogar 5000 bis 6000 Jobs zum Opfer fallen. Insider hätten entsprechende Kalkulationen bestätigt.

Nach Informationen der Wochenzeitung will das teilverstaatlichte Institut bis 2016 quer durch den Konzern Kosten in Milliardenhöhe einsparen. Die Commerzbank wollte den vorab veröffentlichten Bericht nicht kommentieren. An diesem Donnerstag  stellt die Bank in Frankfurt ihre neue Strategie vor. 

Quelle: n-tv.de

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