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Krim-Krise und schwacher Rubel bremsen: IPO-Plan von Metro steht auf der Kippe

Noch vor Ostern will Metro sein russisches Großmarktgeschäft an die Börse bringen. Doch die Krim-Krise funkt den Planungen dazwischen. "Der Markt für Transaktionen im Zusammenhang mit Russland" sei derzeit dicht, sagt ein Insider.

Die Krise um die Ukraine setzt ein großes Fragezeichen hinter die Börsenpläne des Handelsriesen Metro. Der Zeitplan für einen Börsengang des russischen Metro-Großmarktgeschäfts drohe ins Wanken zu geraten, sagten mehrere mit dem Vorgang vertraute Personen. "Der Markt für Transaktionen im Zusammenhang mit Russland" sei derzeit dicht, sagte ein Insider.

Metro würde bei einem Börsengang deutlich weniger als erhofft einnehmen können. "Die Wahrscheinlichkeit, dass der Börsengang wie geplant über die Bühne geht, ist gering." Auch würde der schwache Rubel zur Belastung. Die Märkte könnten sich aber rasch wieder drehen, sagte der Insider weiter. Metro blieben noch Wochen, wenn der Börsengang im zweiten Quartal über die Bühne solle.   

Hoffen auf "friedliche Entwicklung"

Ein Metro-Sprecher wollte sich dazu nicht äußern. Er betonte aber, der Konzern sei bei seinen Plänen auf ein "günstiges" Marktumfeld angewiesen. Die Planungen des Düsseldorfer Konzerns sehen bislang eigentlich einen Börsengang im April vor. "Wir haben gute Fortschritte bei unseren Vorbereitungen für einen möglichen Börsengang erzielt", sagte der Metro-Sprecher. Parallel beobachte der Konzern aber die "allgemeinen Marktbedingungen".

Dabei nehme Metro auch eine "kontinuierliche Bewertung der Situation in der Ukraine" vor. "Auch wenn wir die politische Situation nicht kommentieren, hoffen wir, dass eine friedliche Entwicklung erzielt werden kann", fügte der Sprecher hinzu: "Dies ist definitiv der wichtigste Aspekt zu diesem Zeitpunkt." 

Aus Furcht vor einem Krieg um die zur Ukraine gehörende Halbinsel Krim, auf der auch die russische Schwarzmeerflotte stationiert ist, waren der Dax und andere europäische Börsen eingebrochen. Auch die russische Börse gab stark nach, der russische Rubel fiel zum Dollar auf ein Rekordtief. Beim Börsengang des russischen Metro-Rivalen Lenta hatten die Anleger zudem nur verhalten zugegriffen - die Papiere brachen am Montag nun ebenfalls ein. Metro-Aktien gerieten stark unter Druck und gaben rund 7 Prozent ab, der Kurs fiel unter die 28-Euro-Marke.

Cash&Carry

Für Metro-Chef Olaf Koch sind dies keine guten Nachrichten. Er peilt einen Termin um Ostern für den Börsengang an - wenn die Umstände stimmen. Der offizielle Startschuss könnte demnach in der zweiten März-Hälfte fallen. Dies ist nun mit einem dicken Fragezeichnen behaftet.

Der Aufsichtsrat des Handelsriesen hatte erst Ende Januar grünes Licht für das Vorhaben gegeben. Metro will bis zu 25 Prozent des Russlands-Geschäfts seiner Großmarktsparte an die Börse in London bringen. Der Anteilsverkauf könnte nach früheren Angaben rund eine Milliarde Euro oder vielleicht sogar etwas mehr in die Kassen spülen.

Mit dem frischen Geld könnte Koch das Wachstum des Russlands-Geschäfts ankurbeln und als Großaktionär auch künftig davon profitieren. Metro betreibt rund 70 Cash&Carry-Großmärkte in Russland, der Jahresumsatz lag 2013 bei 4,4 Milliarden Euro.

Quelle: n-tv.de

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