Wirtschaft
Skulptur zwischen Kator (l.) und Pollux (r.)
Skulptur zwischen Kator (l.) und Pollux (r.)(Foto: picture-alliance / dpa)

Ein Deal als Neustart: IVG saniert sich erfolgreich selbst

IVG Immobilien hat sich in den vergangenen Jahren mehrfach verhoben, etwa beim Frankfurter Großprojekt Squaire. Der Pleite ist das Unternehmen nun entronnen, ein millionenschweres Objekt zudem losgeworden.

Das Immobilienunternehmen IVG hat sich operativ und finanziell saniert. Das Amtsgericht Bonn habe das Insolvenzverfahren aufgehoben, teilte der Bonner Konzern mit. Das Unternehmen könne nun wieder ohne jegliche Beschränkung agieren. "Unsere Aufgabe, die Liquidation des Unternehmens zu verhindern und wieder die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Zukunft zu schaffen, ist erfüllt", erklärte IVG-Vorstand Hans-Joachim Ziems.

Die IVG Immobilien AG hatte Ende August vergangenen Jahres wegen Überschuldung die Eröffnung eines Schutzschirmverfahrens beantragt und durchlief im Anschluss ein Planinsolvenzverfahren in Eigenverwaltung. Im Juli 2014 wurde die gerichtliche Bestätigung des vom Vorstand erarbeiteten Insolvenzplans rechtskräftig. Zuvor hatten Gläubiger und Aktionäre dem Plan im März zugestimmt.

Im Rahmen der Sanierung wurde die Gesellschaft um rund 2,2 Milliarden Euro entschuldet und steht nach einem sogenannten Debt-to-Equity-Swap im Eigentum ehemaliger Gläubiger. Parallel zur finanziellen Restrukturierung hatte das Unternehmen eine operative Neuausrichtung vorgenommen, durch die die drei Geschäftsfelder Bestandsimmobilien, Institutional Funds und Kavernen unternehmerische Eigenständigkeit erlangten.

Mehrmals verhoben

Das Unternehmen hatte sich während der Finanzkrise mit spektakulären Prestigeobjekten verhoben, wie etwa dem futuristischen Squaire über dem ICE-Bahnhof am Frankfurter Flughafen. Allein in dieses Bürogebäude, in dem auch Hotels, Restaurants und Geschäfte Platz finden, steckte die IVG über 1 Milliarde Euro - in den Büchern stand die Immobilie jedoch mit einem deutlich geringeren Wert. IVG hatte mit einer Aufhebung des Insolvenzverfahrens im dritten Quartal 2014 gerechnet.

IVG teilte weiter mit, dass sich der Aufsichtsrat der IVG Immobilien AG in neuer Zusammensetzung zu seiner konstituierenden Sitzung getroffen hat. Die bisherigen Anteilseignervertreter hatten ihre Ämter zum Ende August niedergelegt. Auf Vorschlag des Vorstands hatte das Amtsgericht Bonn daraufhin die vakanten Positionen für die Zeit bis zur nächsten Hauptversammlung des Unternehmens neu besetzt. Zum Vorsitzenden des Aufsichtsrats wurde der ehemalige Vorstandsvorsitzende der NRW Bank, Dietmar Binkowska, gewählt.

"Pollux" wechselt Besitzer

Das Frankfurter Büro-Hochhaus "Pollux" wechselt indes den Besitzer. Die Fonds-Sparte der IVG verkauft das 130 Meter hohe Gebäude am Messegelände an den US-Finanzinvestor Blackstone, wie IVG mitteilte. Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden. In Finanzkreisen wurde der Preis auf gut 100 Millionen Euro taxiert.

Hauptmieter des 1997 fertiggestellten Hochhauses war lange die Commerzbank, inzwischen steht der Großteil der 35.000 Quadratmeter auf 33 Stockwerken leer. Der Bau von "Pollux" und dem Schwester-Hochhaus "Kastor" hatte insgesamt 430 Millionen Euro gekostet.

Neu vermietet wird der "Pollux" zunächst offenbar nicht: Das Immobilienmagazin "Deal" zitierte York von Pannwitz, den Geschäftsführer des künftigen Gebäudeverwalters und Co-Investors Finch Properties mit den Worten: "Wir werden das Gebäude erst einmal vom Markt nehmen."    

Quelle: n-tv.de

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