Wirtschaft
IWF-Chefin Lagarde wartet mit ungewohnt posiitven Nachrichten auf.
IWF-Chefin Lagarde wartet mit ungewohnt posiitven Nachrichten auf.(Foto: REUTERS)

Globale Wachstumsprognose wird angehoben: IWF-Chefin Lagarde verbreitet Optimismus

Christine Lagarde ist eher dafür bekannt, dass sie schuldengeplagte Länder zu schonungslosen Wachstums- und Reformoffensiven aufruft. Zum Jahresauftakt sorgt sie jedoch mit einer erfreulichen Nachricht für Aufmerksamkeit. Das heißt aber noch nicht, dass alles im Lot ist.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) wird nach den Worten seiner Chefin Christine Lagarde seine Prognose für das weltweite Wirtschaftswachstum schon bald nach oben korrigieren. Das kündigte sie bei einem Besuch in der kenianischen Hauptstadt Nairobi an. Die Anhebung werde innerhalb der kommenden drei Wochen erfolgen, sagte sie. Einzelheiten gab sie dabei nicht preis, auch eine Begründung fehlte.

Die Aussicht, dass die Prognose angehoben wird, ist bemerkenswert. Denn im letzten IWF-Bericht im Oktober war die Wachstumsprognose noch nach unten revidiert worden. Das Wachstum für 2013 wurde auf 2,9 Prozent angesetzt, für 2014 auf 3,6 Prozent, was einem Rückgang zu den vorherigen Werten von 0,3 und 0,2  Prozentpunkten entsprach.

IWF traut USA mehr zu

Bereits Ende Dezember hatte Lagarde eine höhere Wachstumsprognose für die weltgrößte Volkswirtschaft USA angekündigt. "Wir sehen viel mehr Sicherheit für 2014", hatte die IWF-Chefin gesagt. Ihre optimistische Einschätzung begründete sie mit der Beilegung des Haushaltsstreits in den USA, dem Rückgang der Arbeitslosigkeit und der geldpolitischen Wende der US-Notenbank Fed. Die Fed hatte am 18. Dezember angekündigt, die sehr expansive Geldpolitik ab Januar durch weniger Anleihekäufe etwas zu drosseln Damit seien große Unsicherheitsfaktoren aus dem Weg geräumt, vor denen der IWF zuletzt immer gewarnt hatte.

Konkrete Hinweise zu dieser neuen Prognose hatte Lagarde auch hier nicht geliefert. Völlig überraschend kam die Ankündigung allerdings nicht: Zuletzt hatte sich die Lage auf dem amerikanischen Arbeitsmarkt deutlich verbessert. Im November war die Arbeitslosenquote unerwartet stark von 7,3 Prozent im Vormonat auf 7,0 Prozent gesunken. In den USA habe die Konjunktur einen "nachhaltigen Wachstumspfad" eingeschlagen, begründete Lagarde die Neubewertung.

Für die Monate Juli bis September hatte die US-Regierung ein Wirtschaftswachstum von - aufs Jahr hochgerechnet - 4,1 Prozent gemeldet und damit eine vorangegangene Schätzung deutlich nach oben revidiert. Zuletzt hatte der IWF im Oktober für die größte Volkswirtschaft der Welt ein Wachstum von 2,6 Prozent für 2014 prognostiziert. Im zu Ende gehenden Jahr dürfte das Wachstum der Wirtschaft bei 1,6 Prozent liegen.

Kein Anlass zur Entwarnung

Dass die Anhebung der US- und der weltweiten Prognose vielleicht nicht viel mehr ist, als der sprichwörtliche Tropfen auf den heißen Stein, lässt sich an einem kürzlich veröffentlichten "Arbeitspapier" ablesen. Laut Fonds ist die Schuldenkrise mitnichten ausgestanden, in seiner Studie zeichnet der IWF ein überaus düsteres Bild für die Zukunft.

Im Auftrag des Fonds kommen die beiden Star-Ökonomen Kenneth Rogoff und Carmen Reinhart zu dem Schluss, dass der globale Schuldenstand nicht mehr zu kontrollieren ist und der Welt ein schlimmes Ende bevorsteht, wenn nicht radikalere Maßnahmen ergriffen werden.

Der Fokus des Papiers, das den Titel: "Finanz- und Staatsschulden-Krise: Lektionen, die wir aus der Vergangenheit gelernt haben - und welche wir vergessen haben", liegt dabei auf den Eurostaaten, nicht auf den USA. Die Kernaussage der Analyse ist, dass eine Lösung der europäischen Schuldenkrise nur durch brachiale Maßnahmen erfolgen kann. Die Idee, die europäischen Staaten könnten sich durch einen "Sparkurs", "Verschiebung in die Zukunft" und Wachstum" aus der Krise befreien, wird von den Autoren als schlichtweg Illusion abgetan.

Instrumente aus dem "Folterkasten"

Der herkömmliche "Werkzeugkasten" werde noch nicht einmal für das reiche Europa ausreichen. Der Sparkurs müsse dringend beibehalten werden. Zudem empfiehlt der IWF eine Reihe unpopulärer Instrumente zur Lösung der Krise: Ihre Handlungsempfehlung besteht aus einer Mischung von "Steuern auf Ersparnisse", in anderen Worten Enteignung der Sparer, "Verluste der Steuerzahler durch Schuldenschnitte, Inflation, Kapitalverkehrskontrollen und anderen Maßnahmen der finanziellen Repression".

Quelle: n-tv.de

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