Wirtschaft
Eulen nach Athen tragen? Der IWF gibt vielmehr Hilfsmilliarden für das schuldengeplagte Land frei.
Eulen nach Athen tragen? Der IWF gibt vielmehr Hilfsmilliarden für das schuldengeplagte Land frei.(Foto: picture alliance / dpa)

Milliarden für Athen: IWF gibt Hilfstranche frei

Anfang der Woche billigt das griechische Parlament mehrere Spargesetze. Die Reaktion folgt prompt, die nächsten Milliardenhilfen der internationalen Geldgeber fließen. Gleichzeitig deutet sich der Regierung des Eurolandes zufolge nach mehreren Rezessionsjahren eine konjunkturelle Wende an.

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Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat die nächste Hilfstranche für Griechenland freigegeben. Die wirtschaftliche Prüfung sei abgeschlossen, teilte der IWF mit. Die Freigabe der Zahlung über 3,24 Mrd. Euro wurde allgemein erwartet. Gemeinsam mit den Euroländern finanziert der IWF milliardenschwere Finanzhilfen, ohne die Athen wirtschaftlich wie finanziell kollabiert wäre. Die europäischen Partner Griechenlands tragen den Löwenanteil der Finanzhilfen. Bereits im Dezember hatten die Länder der Eurogruppe beschlossen, Athen mit gut 49 Mrd. Euro zu helfen. 34 Mrd. Euro davon sind bereits ausgezahlt worden.

Zuvor hatte sich Athen optimistisch geäußert, dass auch die nächste Tranche der Finanzhilfe in Höhe von 9,2 Mrd. Euro von der Eurogruppe freigegeben wird. Die Gefahr eines Austritts des Landes aus dem Euroland sei gebannt. "Die Arbeitsgruppe der Eurogruppe plädiert für die Auszahlung der Tranche im Januar", hatte Finanzminister Ioannis Stournaras im griechischen Fernsehen erklärt.

Am 21. Januar wollen die Finanzminister der Eurogruppe über die Auszahlung entscheiden. Über zwei weitere kleinere Tranchen in Höhe von jeweils 2,9 Mrd. Euro soll im Februar und März entschieden werden.  Das griechische Parlament hatte Anfang der Woche mit klarer Mehrheit eine Reihe von Gesetzen gebilligt, die Voraussetzung für weitere Hilfszahlungen an das von der Pleite bedrohte Land sind.

Konjunkturelle Wende 2013

Derweil bekräftigte Stournaras seine Zuversicht, dass Griechenland nach mehreren Rezessionsjahren 2013 vor einer konjunkturellen Wende stehe. Unter dem Strich werde das Bruttoinlandsprodukt (BIP) zwar abermals schrumpfen, sagte er dem "Handelsblatt". "Aber wir werden 2013 die Talsohle durchschreiten und gegen Ende des Jahres zum Wachstum zurückkehren." Griechenlands Wirtschaft befindet sich seit 2008 im Sinkflug und konnte nur durch Finanzhilfen seiner europäischen Partnerstaaten vor dem Kollaps bewahrt werden.

Auch bei der Haushaltskonsolidierung sieht Stournaras sein Land auf gutem Weg: "Wir haben 2012 die Defizitvorgaben erstmals seit Beginn der Krise nicht nur erreicht, sondern sogar leicht übertroffen." Möglicherweise werde Athen bereits in diesem Jahr einen so genannten Primärüberschuss ausweisen. Darunter versteht man einen Haushaltsüberschuss des Staates, der allerdings die Zinsausgaben für Schulden ausblendet.

Quelle: n-tv.de

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