Wirtschaft
Die Glaskugel des IWF sagt für Deutschland ein schwächeres Wirtschaftswachstum voraus als bisher gedacht . Der Währungsfonds lobt aber auch die deutsche Finanzpolitik.
Die Glaskugel des IWF sagt für Deutschland ein schwächeres Wirtschaftswachstum voraus als bisher gedacht . Der Währungsfonds lobt aber auch die deutsche Finanzpolitik.(Foto: picture alliance / dpa)

Ein Blick in die Glaskugel: IWF halbiert deutsche BIP-Prognose

Starke und robuste inländische Fundamentaldaten, ein Lob für die deutsche Finanzpolitik - und dennoch nimmt der IWF den Konjunkturausblick für Deutschland deutlich zurück. Die Gründe sind nicht unbedingt neu, aber ihre Folgen wirken länger nach als gedacht.

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Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat seine Wachstumsprognosen für Deutschland gesenkt. "Inmitten einer weiterhin erhöhten Unsicherheit im Euro-Raum" sei hierzulande nur noch mit eine m Plus der Wirtschaftsleistung von 0,3 Prozent zu rechnen, teilte der IWF in seinem Deutschland-Bericht mit. Im April hatte er noch einen Zuwachs von 0,6 Prozent prognostiziert. Deutschland bleibe aber weiter ein Stabilitätsanker für die Eurozone.

Auch für nächstes Jahr ist der IWF allerdings inzwischen pessimistischer. Die erst vor kurzem noch mit 1,5 vorausgesagte Wachstumsschätzung für 2014 werde Deutschland wohl nicht ganz erreichen, sagte der Chef eines IWF-Expertenteams, Subir Lall. Wahrscheinlich werde die deutsche Wirtschaft etwas weniger wachsen, möglicherweise nur um 1,3 Prozent.

Winter wirkt nach

Die IWF-Fachleute sehen Deutschland insgesamt nach wie vor in einer relativ komfortablen Situation gemessen an seinen Partnern in der Eurozone. Die leichte Prognosekorrektur habe insbesondere mit dem unerwartet schwachen ersten Quartal zu tun, in dem Deutschland nur noch minimal gewachsen war. Und hier habe sich vor allem der lange Winter mit seinen negativen Folgen für einige Bereiche der Wirtschaft wie den Bau ausgewirkt. Der IWF sieht Deutschland auf einem guten Weg und ermutigt die größte Volkswirtschaft der Euro-Zone, ihre Führungsrolle in Europa im Hinblick auf eine gemeinsame Zukunftsstrategie noch stärker wahrzunehmen. Damit könnte Deutschland dazu beitragen, die Unsicherheiten über die Zukunft des Währungsraums zu vermindern, die weiter auf die Wachstumsaussichten drückten.

Der IWF sprach von starker und robusten inländischen Fundamentaldaten, die ein Anziehen der wirtschaftlichen Aktivitäten im zweiten Halbjahr erwarten lassen. Eine stärkere Erholung werde allerdings durch die Investitionsschwäche in der deutschen Wirtschaft verhindert, die mit Unsicherheiten über die Aussichten und die Politik im Euro-Raum zusammenhingen.

Keine Übertreibungen der Konsolidierungen

Gute Noten gibt der IWF der deutschen Finanzpolitik. Die leichte finanzpolitische Lockerung in diesem Jahr beurteilte der Fonds als angemessen. "Wir stimmen den Plänen für dieses Jahr zu", sagte IWF-Experte Lall mit Blick auf die Haushaltsvorhaben der Regierung. Auch in den Jahren danach sieht der Fonds Deutschland auf einem nicht mehr so strengen Konsolidierungspfad und wertet das positiv. Übertreibungen bei der Haushaltskonsolidierung müssten vermieden werden.

Der Fonds mahnte zudem weitere Strukturreformen in Deutschland an, um das Wachstumspotenzial zu erhöhen. Das sei insbesondere angesichts der demografischen Herausforderungen und der Alterung der Gesellschaft nötig. Dem deutschen Finanzsektor b

Quelle: n-tv.de

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