Wirtschaft
Samstag, 22. April 2017

Wie weiter mit der Teuerung?: IWF prophezeit Deutschland Inflation

"Der vielleicht interessanteste Teil unseres Ausblicks ist, was mit der Inflation in Deutschland geschieht", heißt es von Seiten des IWF. Der wirbt so für seine jährliche Einschätzung, die allerdings erst in ein paar Wochen veröffentlicht wird.

In Deutschland und der gesamten EU wird die Teuerung nach Einschätzung des IWF in der nahen Zukunft Schritt für Schritt anziehen. Das könnte der Europäischen Zentralbank die Abkehr von ihrer Niedrigstzinspolitik erleichtern. Das deutsche Wachstum veranschlagen die Fachleute für die nächsten Jahre moderat auf durchschnittlich eineinhalb bis eindreiviertel Prozent pro Jahr, wie aus IWF-Kreisen verlautete.

"Der vielleicht interessanteste Teil unseres Ausblicks ist, was mit der Inflation in Deutschland geschieht", sagte eine Person aus dem Fonds, die namentlich nicht genannt werden wollte. Die Kerninflation, die vorübergehende Preisverzerrungen etwa durch die Energiepreise ausblendet, werde langsam und beständig ansteigen. Das wiederum werde die Teuerung in der Eurozone antreiben, was angesichts früherer Befürchtungen, es könnte zu einer schädlichen Deflation kommen, positiv bewertet wird.

Robuster Arbeitsmarkt

Hinter dieser ansteigenden Inflation sieht der IWF vor allem die gute Arbeitsmarktlage in Deutschland, die angesichts von Personalengpässen die Löhne und Gehälter stärker zunehmen lassen sollte, wie es in Fonds-Kreisen hieß. Derzeit liegt die deutsche Kerninflation knapp über einem Prozent, in der Euro-Zone knapp darunter. Die EZB sieht stabile Preise bei einer Teuerungsrate von knapp zwei Prozent gewährleistet. Der IWF rechnet damit, dass es etwa vier Jahre dauert, bis die Kerninflation auf diesen Wert steigt.

Der deutsche Leistungsbilanzüberschuss wird nach IWF-Einschätzung in diesem Jahr mit 8,2 Prozent stabil bleiben und ab 2018 in Richtung 7,5 Prozent sinken. Gerechtfertigt wäre für ein Land wie Deutschland eine Spanne von zweieinhalb bis fünfeinhalb Prozent, hieß es. Der Begründung des deutschen Finanzministers Wolfgang Schäuble, der der ultralockeren Geldpolitik der EZB eine Schuld für das übermäßige Plus im internationalen Handel gibt, wollen die IWF-Experten allenfalls zum Teil folgen.

In wenigen Wochen wird der IWF seinen turnusmäßigen jährlichen Sonderbericht zur Wirtschaftsentwicklung in Deutschland veröffentlichen. In seinem jüngsten Weltwirtschaftsausblick sagte er ein deutsche Wachstum von 1,6 Prozent in diesem und 1,5 Prozent im nächsten Jahr voraus.

Quelle: n-tv.de

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