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Ukraine-Konflikt schadet Russland: IWF senkt Prognose für Weltwirtschaft

Der Konflikt in der Ostukraine und die damit verbundenen Sanktionen belasten die Weltwirtschaft. Besonders die russische Wirtschaft leidet. Der IWF nimmt nun seine Wachstumsprognosen teilweise zurück - aber nicht für Deutschland.

Konjunktursorgen der Wirtschaftsmächte USA und China sowie die Krise in der Ukraine haben laut dem Internationalen Währungsfonds (IWF) das weltweite Wachstum gedrosselt. Nach einem schwachen Auftakt könne in diesem Jahr nur noch mit einem Plus von 3,4 Prozent gerechnet werden, teilte die Organisation mit. Damit fällt die Prognose um 0,3 Prozentpunkte geringer aus als noch im April.

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In den Vereinigten Staaten hatte der harte Winter die Konjunktur einbrechen lassen. Folglich rechnet der Währungsfonds für die größte Volkswirtschaft der Welt in diesem Jahr nur noch mit einem Wachstum von 1,7 Prozent. Bei seinem Ausblick im April sprach der IWF noch von 2,8 Prozent. In China zeigte sich der Währungsfonds über die schwächelnde Binnennachfrage besorgt und korrigierte die Wachstumsprognose für 2014 um 0,2 Prozentpunkte auf 7,4 Prozent nach unten.

Prognose für Deutschland angehoben

Für 2015 hält der IWF hingegen trotz zunehmender internationaler Krisen an der Schätzung fest, dass die Weltwirtschaft um vier Prozent zulegen wird. Sehr zufrieden zeigen sich die IWF-Volkswirte mit der Situation in Deutschland. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Bundesrepublik werde dieses Jahr um 1,9 Prozent zunehmen und damit 0,2 Prozentpunkte mehr als bislang berechnet - das allerdings ist bereits bekannt. Auch 2015 liege das Wachstum leicht besser bei 1,7 Prozent.

Für die Eurozone ermittelte der IWF unverändert ein Plus von 1,1 Prozent in diesem Jahr. Im kommenden wachse das BIP um 1,5 Prozent statt wie bisher angenommen um 1,4 Prozent. Sehr positiv äußert sich der Fonds über Spanien, Großbritannien und Japan.

Die jüngste Schwäche vor allem in den USA, in China sowie den Entwicklungs- und Schwellenländern sei wohl nur vorübergehend gewesen, so der IWF. "Frühindikatoren zeigen, dass die globale Erholung im zweiten Quartal 2014 wieder an Stärke zugenommen hat", heißt es in dem aktualisierten Weltwirtschaftsausblick.

Russland leidet unter Sanktionen

Schwierig bleibe die Lage aber für Russland, das sehr unter der Verwicklung in der Ukraine-Krise leide. Wegen der Sanktionen von EU und USA gegen Moskau senkte der Währungsfonds seinen Ausblick für das diesjährige russische Wirtschaftswachstum um 1,1 Prozentpunkte auf nur noch 0,2 Prozent. Damit droht Russland ein Abrutschen in die Rezession.

Die "geopolitischen Spannungen" hätten die Nachfrage geschwächt und die Wirtschaftsaktivitäten verlangsamt, heißt es in dem Bericht des IWF. Die Investitionen in Russland dürften demnach weiter zurückgehen. Schwellenländer wie Brasilien, Mexiko oder Südafrika kämpften ebenfalls mit schrumpfender Wirtschaftsleistung.

Deutlicher als noch im April warnt die Finanzfeuerwehr aus Washington vor geopolitischen Gefahren. Die instabile Situation in Nahost und die Lage in der Ukraine könnte zu einem rasanten Anstieg der Ölpreise führen. Besonders warnt der IWF die Zentralbanken, allen voran die amerikanische Federal Reserve, vor überhasteten Zinserhöhungen. "Die Geldpolitik sollte in allen wichtigen großen Volkswirtschaften locker bleiben", selbst wenn die Inflation zunehme und die Wirtschaftsdaten nach oben zeigten, mahnt der IWF.

IWF fordert straffere Finanzregulierung.

Die Gefahren von Finanzblasen sollten durch eine straffere Finanzregulierung verringert werden. Erstmals nutzte der IWF für seinen Bericht eine neuberechnete Kaufkraft. Bei der sogenannten Kaufkraftparität werden die Lebenshaltungskosten berücksichtigt, um festzustellen, was die Menschen in einzelnen Ländern sich tatsächlich leisten können.

Dadurch hätten sich rückwirkend die Konjunkturdaten für die Entwicklungs- und Schwellenländer verbessert, wo die Kaufkraft größer sei als bisher angenommen. So habe das globale Wachstum 2012 tatsächlich 3,5 statt 3,2 Prozent betragen. 2013 sei es mit 3,2 Prozent ebenfalls höher ausgefallen - bislang war es mit 3,0 Prozent berechnet worden.

Quelle: n-tv.de

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