Samstag, 19. September 2009
Kredite für ärmere Länder: IWF verkauft Gold
Der Internationale Währungsfonds (IWF) will sich von rund einem Achtel seiner Goldreserven trennen. Der Verwaltungsrat des IWF stimmte am Freitag dem Verkauf von 403,3 Tonnen des Edelmetalls zu. Der Verkauf sei Teil eines bereits im April vergangenen Jahres beschlossenen neuen Einnahmemodells des IWF.
Mit dem Erlös - beim derzeitigen Goldpreis etwa 13 Mrd. Dollar - solle der Währungsfonds unabhängiger bei der Finanzierung seiner Aufgaben werden, teilte der IWF in Washington mit. Ein Teil des Geldes solle für Kredite an arme Länder verwendet werden.
Er sei sehr erfreut, dass der Verwaltungsrat dem Goldverkauf zugestimmt habe, "um die Finanzierung des IWF auf eine gesunde und langfristige Basis zu stellen und es zu ermöglichen, dringend benötigte Finanzhilfen für die ärmsten Länder auszuweiten", sagte IWF-Direktor Dominique Strauss-Kahn. Unerwünschte Auswirkungen auf den Goldpreis werde es durch die Veräußerungen nicht geben.
Um Überraschungen am Markt zu vermeiden, habe der IWF bereits Maßnahmen getroffen. So sei die Gesamtmenge des zu verkaufenden Goldes bereits seit geraumer Zeit bekannt. Außerdem werde man das Gold zunächst Zentralbanken oder anderen staatlichen Institutionen anbieten, die Interesse bekunden. Verkäufe am freien Markt würden über mehrere Einzeltransaktionen zeitlich gestreckt.
Zuletzt hatten die Washingtoner Weltwährungshüter in den Jahren 1999 und 2000 Gold zur Finanzierung ihrer Aufgaben verkauft. Der IWF verfügt nach eigenen Angaben nach den USA und Deutschland über die drittgrößten Goldreserven der Welt.
wne/dpa
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