Wirtschaft
Nur noch wenige Tage im Amt: Ifo-Chef Hans-Werner Sinn.
Nur noch wenige Tage im Amt: Ifo-Chef Hans-Werner Sinn.(Foto: dpa)

Wachstum im Außenhandel: Ifo-Experten sehen Exportchancen

Die Lage ist offenbar besser als befürchtet: Während Anleger an den Börsen um die Weltkonjunktur fürchten, rechnen Unternehmer einer Umfrage zufolge mit einer robusten Nachfrage aus dem Ausland. Die Sorgen um die Weltwirtschaft verblassen.

Die deutsche Industrie beurteilt nach Einschätzung des Münchner Instituts für Wirtschaftsforschung (Ifo) die Aussichten im Auslandsgeschäft wieder optimistischer. Die Exporterwartungen im März seien nach zwei Rückgängen in Folge wieder gestiegen, teilten die Münchner Forscher zu ihrer Umfrage unter rund 2700 Betrieben mit.

"Diese positive Nachricht kommt in einer Zeit großer Unsicherheit wie gerufen", sagte der scheidende Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn. Zuletzt hatte vor allem die Industrie die schwächere Weltkonjunktur zu spüren bekommen. So sanken die deutschen Ausfuhren nach China 2015 erstmals seit 1997. Sinn wird sein Amt als Ifo-Chef zum 1. April an seinen Nachfolger Clemens Fuest übergeben.

Deutlich bessere Exporte erwarten laut Ifo vor allem Unternehmen aus der Metallindustrie, die Nahrungsmittelproduzenten sowie die Autobauer. Dagegen rechneten Unternehmen der Chemieindustrie, Maschinenbauer und Elektronikfirmen mit einem schwächeren Exportwachstum.

Die Signale zum Export passen zur leichten Aufhellung beim Geschäftsklimaindex, über die das Ifo-Institut erst vor zwei Tagen berichtet hatte. Die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Unternehmen hatte sich demnach im März wieder verbessert. Der Geschäftsklima-Index stieg von 105,7 Punkten auf 106,7 Zähler, wie das Ifo-Instituts am Dienstag zu seiner Umfrage unter 7000 Managern mitgeteilt hatte. Im Vorfeld befragte Ökonomen hatten nur mit einem Anstieg auf 106,0 Zähler gerechnet.

Nachlassende Wachstumssorgen

"Der Ifo-Index hat sich nach drei Rückgängen in Folge erholt, was positiv zu bewerten ist", kommentierte Ulrich Wortberg von der Helaba die Entwicklung. "Dazu beigetragen haben dürften die etwas nachlassenden globalen Wachstumssorgen sowie die Beruhigung an den Finanzmärkten. Der Index liegt wieder oberhalb des Durchschnittswertes der letzten zehn Jahre. Hinweise auf eine weitere Verlangsamung der konjunkturellen Dynamik gibt es von dieser Seite nicht."

"Erstaunlich, wie eng der Ifo-Geschäftsklimaindex mittlerweile an der Börsenstimmung hängt", gab dagegen Thomas Gitzel von der VP Bank zu bedenken. "Während das Konjunkturbarometer noch im vergangenen Monat im Fahrwasser der schlechten Finanzmarktstimmung fuhr und nachgab, geht es nun mit der in den vergangenen Wochen verbesserten Börsenlaune wieder nach oben. Die US-Wirtschaft läuft solide, die großen Notenbanken zeigen sich spendierfreudig und die Regierung in Peking lässt einen stärkeren Einbruch der chinesischen Wirtschaft nicht zu. All das spricht dafür, dass auch die deutsche Wirtschaft auf Kurs bleiben wird."

Quelle: n-tv.de

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