Wirtschaft
Die Sonne bricht sich durch Container am Hamburger Hafen Bahn. Auch in der Wirtschaft hellt sich die Lage spürbar auf.
Die Sonne bricht sich durch Container am Hamburger Hafen Bahn. Auch in der Wirtschaft hellt sich die Lage spürbar auf.(Foto: dpa)

Deutsche Wirtschaft nimmt Fahrt auf: Ifo-Index auf neuem Rekordhoch

Die Zeichen stehen auf Wachstum: Der ifo-Geschäftsklimaindex steigt im Februar erneut an und erreicht mit 107,4 Punkten den besten Wert seit Juli 2010. Damit übertrifft das Konjunkturbarometer noch die Erwartungen. Der heftige Einbruch des Bruttoinlandsprodukt zum Jahresende ist damit Schnee von gestern.

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im Februar den vierten Monat in Folge aufgehellt. Der Ifo-Geschäftsklimaindex kletterte um 3,1 auf 107,4 Punkte, teilte das Münchner Ifo-Institut mit. Das ist der beste Wert seit zehn Monaten. Ökonomen hatten nur ein Plus auf 105,0 Punkte erwartet. "Die deutsche Wirtschaft nimmt Fahrt auf", sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn.

Auf dem Börsenparkett baute der Dax nach den Zahlen sein Plus auf 0,7 Prozent bei 7735 Zählern aus, kam dann aber zügig wieder vom Tageshoch zurück. Der Euro wurde bei 1,3234 Dollar gehandelt, vor den Daten ging die Gemeinschaftswährung bei 1,3219 Dollar um. "Der Kursanstieg wäre natürlich noch größer, wenn es die Belastungsfaktoren wie die Rückzahlung des zweiten EZB-Tenders und die Italien-Wahl nicht gebe", sagte ein Börsianer. Dennoch handele es sich um "eine eindeutig bullishe" Nachricht für die kommenden Quartale.

Die 7000 befragten Manager bewerteten die Aussichten für die kommenden sechs Monate erneut besser: Der entsprechende Teilindex kletterte um 4,0 auf 104,6 Punkte, während Ökonomen nur mit 101,3 Punkten gerechnet hatten. Die Lage wurde ebenfalls besser eingeschätzt. Dieser Index legte um 2,1 auf 110,2 Zähler zu, womit die Analystenprognose von 108,5 Zählern übertroffen wurde.

Damit mehren sich die Hinweise, dass die deutsche Wirtschaft zu Jahresbeginn wieder wächst. Im vierten Quartal 2012 war sie mit 0,6 Prozent so stark eingebrochen wie seit dem Höhepunkt der weltweiten Finanzkrise Anfang 2009 nicht mehr. "Schon im ersten Quartal werden wir wieder ordentliches Wachstum sehen, das den heftigen Rückgang zum Jahresende größtenteils kompensiert", prophezeit der Chefvolkswirt der staatlichen Förderbank KfW, Jörg Zeuner. "Ich rechne mit einem Quartalsplus von 0,4 Prozent." Ifo-Experte Klaus Wohlrabe erwartet ein Plus von 0,2 Prozent.

Hoffnung am Bau, Vorsicht im Handel

Nach Branchen unterschieden macht sich vor allem am Bau eine immer bessere Stimmung breit. Die Bauunternehmer bewerteten ihre Lage ein weiteres Mal besser. Ihre Zufriedenheit mit den Geschäftsaussichten für das kommende halbe Jahr erreichte zugleich den höchsten Wert der Wiedervereinigung. Auch im verarbeitenden Gewerbe, zu dem auch die Exportindustrie zählt, stieg das Geschäftsklima deutlich. Dies liegt vor allem an den erheblich verbesserten Aussichten. Aber auch ihre Lage bewerten die Industrieunternehmen besser.

Alleine im Handel zeigt sich ein gemischtes Bild. Die Großhändler sind deutlich zufriedener mit ihrer Lage und weniger pessimistisch, was das kommende Halbjahr angeht. Im Einzelhandel dagegen stieg zwar die Zufriedenheit mit der aktuellen Lage, dafür nahm die Skepsis mit Blick auf das kommende Halbjahr zu.

Quelle: n-tv.de

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