Wirtschaft
Produktion zu (aus Unternehmenssicht) attraktiven Konditionen: Wieviel Verantwortung trägt Ikea-Gründer Ingvar Kamprad? (Archivbild)
Produktion zu (aus Unternehmenssicht) attraktiven Konditionen: Wieviel Verantwortung trägt Ikea-Gründer Ingvar Kamprad? (Archivbild)(Foto: picture alliance / dpa)

Profite mit DDR-Zwangsarbeit?: Ikea stellt sich der Geschichte

Erinnerungen an ein düsteres Kapitel des deutsch-deutschen Wirtschaftslebens dürften in der kommenden Woche den Weltkonzern Ikea einholen: Wirtschaftsprüfer sollen im Auftrag der Schweden alle Verstrickungen mit der DDR-Vergangenheit lückenlos aufklären.

"Sehr ordentliche Verhaltensweise": Die Union der Opferverbände begrüßt die Aufarbeitung.
"Sehr ordentliche Verhaltensweise": Die Union der Opferverbände begrüßt die Aufarbeitung.(Foto: picture alliance / dpa)

Die weltweit größte Möbelhauskette Ikea will Ende kommender Woche über die Beschäftigung von DDR-Zwangsarbeitern bei der Herstellung von Ikea-Möbeln informieren. Die Stasi-Unterlagenbehörde bestätigte einen Bericht der "Mitteldeutschen Zeitung", wonach Ikea in Berlin eine Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young vorstellen wird.

Nach Informationen der Zeitung kommt die Studie zu dem Ergebnis, dass Zwangsarbeit zur Fertigung von Ikea-Produkten in der DDR stattgefunden hat. Allerdings sollen die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Ikea und der DDR "sehr verschachtelt" gewesen, so dass nicht in allen Fällen klar gewesen sei, ob das Unternehmen über die Zwangsarbeit und ihre Umstände voll unterrichtet war. Insgesamt wäre das ein Ergebnis der Studie, mit dem der schwedische Konzern rechtlich und moralisch wohl durchaus leben könnte.

Der Vorsitzende der Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft (UOKG), Rainer Wagner, sagte der Zeitung, Ikea habe "im Gegensatz zu vielen anderen Firmen, die in der DDR haben arbeiten lassen" inzwischen "eine sehr ordentliche Verhaltensweise an den Tag" gelegt. Wagner forderte eine Entschädigung für Zwangsarbeiter durch alle Firmen, die in Zwangsarbeit verstrickt gewesen seien.

Der Stasi-Bundesbeauftragte Jahn fordert Transparenz hatte bereits im Frühjahr von deutschen Firmen Aufklärung darüber verlangt, ob sie vor 1989 von DDR-Häftlingsarbeit profitiert haben. "Ich würde es begrüßen, wenn westliche und vor allem bundesdeutsche Unternehmen, die in der DDR produzieren ließen, für Transparenz sorgen würden", sagte Jahn.

Zuvor hatten ein schwedischer Fernsehsender und andere Medien berichtet, der schwedische Möbelbauer Nicht nur Ikea profitierte hätten von der Produktion durch DDR-Zwangsarbeiter profitiert. Ikea kündigte daraufhin eine Überprüfung der Vorwürfe an.

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Quelle: n-tv.de

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