Wirtschaft
Blick aus dem Shanghai World Financial Center auf die Skyline der chinesischen Millionenmetropole: Wie das berühmte US-Vorbild schläft sie nie.
Blick aus dem Shanghai World Financial Center auf die Skyline der chinesischen Millionenmetropole: Wie das berühmte US-Vorbild schläft sie nie.(Foto: REUTERS)

Chinas großes Problem: Immobilienpreise sind außer Kontrolle

China hat ein ernstes Problem: Derzeit kostet nach Berechnungen des Internationalen Währungsfonds eine 70-Quadratmeter-Wohnung in Peking etwa das 20-fache eines durchschnittlichen Haushaltseinkommens. Und die Häuserpreise klettern ungebremst weiter.

Der Anstieg von Chinas Immobilienpreise setzt sich ungebremst fort. In den 70 größten Städten des Landes lagen sie im Oktober im Schnitt 9,6 Prozent über den Vorjahreswerten. Das geht aus Reuters-Berechnungen hervor, die auf Daten der Statistikbehörde beruhen. Es ist der zehnte Monat in Folge mit einem Anstieg. Im September waren sie um 9 Prozent gestiegen. Das war das stärkste Plus seit drei Jahren gewesen.

In der Hauptstadt Peking kletterten die Preise um 16,4 Prozent, in der Finanzmetropole Shanghai sogar um 17,8 Prozent. Seit Erhebung dieser Daten im Jahr 2011 gab es keine stärkeren Zuwächse. Im September lag der Anstieg in diesen beiden Millionenmetropolen bei 16 und 17 Prozent.

Vor allem in der Hauptstadt und der boomenden Finanzmetropole Shanghai locken die Aussicht auf gute Jobs immer mehr Menschen an. Derzeit kostet nach Berechnungen des Internationalen Währungsfonds eine 70-Quadratmeter-Wohnung in Peking etwa das 20-fache eines durchschnittlichen Haushaltseinkommens. Trotzdem greifen Immobilienkäufer zu. "Die Preise sind zwar schon hoch, aber sie steigen immer weiter. Wenn ich jetzt nicht zuschlage, werde ich mir nie eine eigene Wohnung leisten können", sagte Lu Biao, ein 27-jähriger IT-Ingenieur der Nachrichtenagentur Reuters. Stark gestiegene Immobilienpreise gelten auch als ein Auslöser der weltweiten Finanzkrise 2008.

Regierung bleibt gefordert

Teilweise werden schon soziale Unruhen befürchtet, weil sich immer weniger Chinesen Wohnungen in den Städten leisten können. Die politischen Bemühungen, die Steigerungen im Zaum zu halten, waren bislang aber wenig erfolgreich.

Bei der jüngsten mehrtägiggen Klausur des Zentralkomitees - dem sogenannten Großen Plenum - hatte die politische Führung umfassende Reformen angekündigt, sich mit Details dazu aber zurückgehalten. Fest steht, dass China tiefgreifende Finanzreformen anstrebt. Gleichzeitig soll auch eine land- und Steuerreform dafür sorgen, dass Bauern von ihren Feldern künftig mehr Einkommen erzielen. So erhofft sich die politische Spitze des Landes auch eine Abschwächung der Abwanderung der Bevölkerung in die Städte.

Quelle: n-tv.de

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