Wirtschaft

Sorgenkind Hypo Alpe Adria: Inder kaufen Österreich-Tochter

Jahrelang hat Österreich als Eigentümer die Hypo Alpe Adria mit am Leben gehalten. Jetzt geht ein Teil wieder in private Hände: Eine indische Holding will die Österreich-Tochter übernehmen. Auch die südosteuropäischen Töchter sollen verkauft werden.

Bewegte Vergangenheit
Bewegte Vergangenheit(Foto: picture alliance / dpa)

Die österreichische Tochter der Hypo Alpe-Adria-Bank AG wird an eine indische Holding verkauft. Die Anadi Financial Holdings Pte. Ltd. übernehme alle Anteile der Hypo Alpe Adria in Österreich (HBA) für 65,5 Millionen Euro, der Vertrag sei unterschrieben worden, teilte die Bank mit.

Der Teilverkauf der 2009 von Österreich notverstaatlichten ehemaligen BayernLB-Tochter ist Teil der von der EU geforderten Restrukturierung und Privatisierung. Die südosteuropäischen Töchter der Bank blieben zunächst beim Mutterkonzern Hypo Alpe-Adria-Bank International AG, sagte eine Sprecherin. Für sie laufe aber auch der Verkaufsprozess.

"Trotz europaweit schwierigster Marktbedingungen ist es gelungen, auf die nachhaltige Sanierung unserer Österreich Tochter nun einen wichtigen Privatisierungsschritt folgen zu lassen", so Hypo-Chef Gottwald Kranebitter. Der Investor verfüge über erstklassige Erfahrung im internationalen Geschäft und hervorragende Verbindungen zu führenden Finanzunternehmen.

Bewegte Geschichte

Man wolle nun mit der Hypo Österreich neue Produkte schaffen, weitere Märkte eröffnen und die Kernregion fördern, teilte der Vorsitzender der Anadi Financial Holding, der Brite Sanjeev Kanoria, mit. Die absolute Sicherheit der Geldeinlagen der Kunden und der Charakter der österreichischen Bank sollten erhalten bleiben.

Die Hypo Alpe Adria hat eine bewegte Geschichte hinter sich: Die BayernLB hatte die Bank 2007 gekauft und zwei Jahre später nach Milliardenverlusten an Österreich zurückgegeben, wo sie notverstaatlicht wurde. Beide Seiten fühlen sich bei den Transaktionen vom jeweils anderen über den Zustand der Bank getäuscht, was auch die Gerichte beschäftigt. Zuletzt gab es auch Druck von der EU, die den schleppenden Umbau der mit Staatshilfen am Leben gehaltenden Bank kritisierte.

Quelle: n-tv.de

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