Wirtschaft
Weniger Aufträge aus dem Ausland, vor allem aus der Eurozone, verzeichnet die deutsche Industrie zu Jahresbeginn.
Weniger Aufträge aus dem Ausland, vor allem aus der Eurozone, verzeichnet die deutsche Industrie zu Jahresbeginn.(Foto: picture alliance / dpa)

Böse Überraschung im neuen Jahr: Industrie brechen Aufträge weg

Die Schuldenkrise in der Eurozone mit ihren konjunkturellen Auswirkungen macht sich nun auch in der deutschen Industrie bemerkbar. In den Büchern der Unternehmen stehen zu Jahresbeginn überraschend weniger Order als erwartet. Vor allem aus dem Ausland kommen weniger Aufträge.

Die deutschen Industriefirmen sind überraschend mit einem Auftragsminus ins Jahr gestartet. Sie sammelten im Januar 1,9 Prozent weniger Bestellungen ein als im Vormonat, wie das Bundeswirtschaftsministerium mitteilte. Ökonomen hatten hingegen mit einem Plus von 0,5 Prozent gerechnet, nachdem es im Dezember einen Zuwachs um revidiert 1,1 Prozent gegeben hatte. Der Umfang an Großaufträgen sei stark unterdurchschnittlich ausgefallen, erklärte das Ministerium: "Der Rückgang der Bestellungen zu Beginn dieses Jahres deutet an, dass die Industrie ihre Schwächephase noch nicht überwunden hat."

Die Aufträge aus dem Ausland brachen um 3 Prozent ein, während die Inlandsnachfrage um 0,6 Prozent nachgab. Besonders deutlich gingen die Orders aus der Eurozone mit einem Minus von 4,1 Prozent zurück. Hersteller von Vorleistungsgütern, beispielsweise Stahl, meldeten ein Auftragsminus von 0,4 Prozent. Die Produzenten von Investitionsgütern wie Maschinen und Geräten verbuchten ein Minus von 2,9 Prozent, die Konsumgüterhersteller einen Rückgang um 2,8 Prozent.    

Ende 2012 war das deutsche Bruttoinlandsprodukt mit 0,6 Prozent so stark gesunken wie seit dem Höhepunkt der Finanzkrise Anfang 2009 nicht mehr. Zuletzt gab es aber verstärkt Anzeichen, dass die Wirtschaft wieder Schwung aufnimmt. Der Markit-Einkaufsmanagerindex für die deutsche Industrie signalisiert, dass sie im Februar wieder leicht gewachsen ist. Auch der Ifo-Geschäftsklimaindex hat sich nunmehr vier Monate in Folge aufgehellt. Das stimmt auch das Wirtschaftsministerium optimistisch: "Einen positiven Ausblick für die Industriekonjunktur geben bislang vor allem die Stimmungsindikatoren, die sich teilweise kräftig verbessert haben."

Quelle: n-tv.de

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