Wirtschaft

Gute Exportentwicklung hilft: Industrie schafft Beschäftigungsrekord

Seit dem Frühjahr 2010 sind in der deutschen Industrie rund eine halbe Million neue Arbeitsplätze entstanden. Das sogenannte Verarbeitende Gewerbe hat sich in den vergangenen Jahren zu einem Beschäftigungsmotor entwickelt.

In der IAB Ionenaustauscher GmbH im Industriepark Bayer Bitterfeld (Sachsen-Anhalt) nimmt ein Mitarbeiter eine Kapselmasseprobe von Ionenaustauschern.
In der IAB Ionenaustauscher GmbH im Industriepark Bayer Bitterfeld (Sachsen-Anhalt) nimmt ein Mitarbeiter eine Kapselmasseprobe von Ionenaustauschern.(Foto: picture alliance / dpa)

Die Zahl der Mitarbeiter in der deutschen Industrie hat angesichts boomender Exporte einen Höchststand erreicht. Ende August beschäftigten die Betriebe des Verarbeitenden Gewerbes knapp 5,4 Millionen Menschen - rund 52.000 oder ein Prozent mehr als ein Jahr zuvor. "Das ist der höchste Stand seit 2005, als die Statistik in dieser Form eingeführt wurde", sagte ein Mitarbeiter des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden.

Seit Frühjahr 2010 - als die Beschäftigung im Nachklang der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise auf einen Tiefstand fiel - sind damit eine halbe Million neue Jobs entstanden. "Lange Zeit waren die Dienstleister fast der einzige Beschäftigungsmotor - das hat sich inzwischen geändert", sagte der Konjunkturexperte des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Dirk Schlotböller. "Dazu trägt die bislang gute Exportentwicklung bei."

Die Ausfuhren zogen in den ersten 8 Monaten dieses Jahres um 6,6 Prozent auf 790 Milliarden Euro an, vor allem wegen der starken Nachfrage aus den USA, Großbritannien und einigen Euro-Ländern wie Spanien. "Auch die kleinen Industriebetriebe wollen Personal aufbauen", sagte Schlotböller. Diese werden in der Statistik gar nicht erfasst, da nur Betriebe mit mindestens 50 Beschäftigten berücksichtigt werden.

Deutliches Verdienstplus

Am stärksten stieg die Mitarbeiterzahl im August bei den Herstellern von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen. Hier wurde ein Plus von drei Prozent gemeldet. In der Fahrzeugindustrie gab es einen Zuwachs von 2,1 Prozent, in der Metallindustrie von 1,9 Prozent sowie bei den Herstellern von Nahrungs- und Futtermitteln von 1,8 Prozent.

Die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden nahm im Vergleich zum August 2014 um 3,1 Prozent auf 630 Millionen zu - bei gleicher Anzahl von Arbeitstagen. Die Verdienste der Beschäftigten summierten sich auf etwa 20,6 Milliarden Euro, ein Plus von 3,8 Prozent.

Quelle: n-tv.de

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