Wirtschaft
Audio-Chip von Infineon
Audio-Chip von Infineon(Foto: picture alliance / dpa)

Licht und Schatten in Chipbranche: Infineon-Rivalen durchwachsen

Aufbruchstimmung in Übersee, Katerstimmung in Europa? Die Quartalsberichte von Texas Instruments und STMicroelectronics deuten darauf hin. STM meldet Verlust und einen deutlichen Umsatzrückgang. TI kann dagegen seinen Erlös nahezu konstant halten und verbreitet trotz eines drastischen Gewinneinbruchs Optimismus.

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Der europäische Chiphersteller STMicroelectronics ist im 4. Quartal in die roten Zahlen gerutscht. Unterm Strich habe ein Verlust von 11 Mio. Dollar gestanden nach einem Gewinn von 219 Mio. Dollar im gleichen Vorjahreszeitraum, teilte das Unternehmen mit. Der Umsatz sank auf 2,19 Mrd. Dollar von 2,83 Mrd. Dollar. Analysten hatten im Schnitt mit 2,33 Mrd. Dollar gerechnet.

Für das laufende Vierteljahr sagte der Konzern, dessen Chips unter anderem in Autos, Computern und Telefonen eingesetzt werden, einen Umsatzrückgang im Vergleich zum 4. Quartal um 4 bis 10 Prozent voraus. Grund sei die Schwäche im Mobilfunkbereich.

Barometer für Elektronikbranche

US-Konkurrent Texas Instruments (TI) machte indes im Schlussquartal bessere Geschäfte als erwartet und verbreitet nun Aufbruchstimmung. Die Branche habe wahrscheinlich "den Boden in diesem Abschwung erreicht", sagte Konzernchef Rich Templeton.

Der Umsatz im 4. Quartal ging um moderate 3 Prozent auf 3,4 Mrd. Dollar zurück (2,6 Mrd. Euro), nachdem Texas Instruments noch im Dezember vor einem Abrutschen um bis zu 10 Prozent gewarnt hatte. Der Gewinn fiel im Vergleich zum Vorjahreszeitraum indes um 68 Prozent auf unterm Strich 298 Mio. Dollar. Sowohl die Eingliederung des übernommenen Rivalen National Semiconductor als auch die Fabrikschließungen gingen ins Geld.

Werke werden dicht gemacht

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TI kündigte an, zwei seiner älteren Werke zu schließen. Insgesamt 1000 Mitarbeiter seien betroffen, teilte der Konzern mit. Eine Fabrik liegt im japanischen Hiji, die andere im texanischen Houston. Die Produktion werde an größere, modernere Standorte verlagert, erklärte Templeton.

Die Werke seien mittlerweile mehr als 30 Jahre alt und eine dringend nötige Modernisierung lohne nicht mehr, erklärte der Firmenchef. Binnen anderthalb Jahren soll nun an den beiden Standorten das Licht ausgehen.

Texas Instruments ist führend bei analogen und integrierten Prozessoren für einfache Rechenaufgaben. Die Chips kommen in Waschmaschinen ebenso zum Einsatz wie in Handys, Fernsehgeräten oder Industrieanlagen. Aber auch in Tablet Computern wie dem Amazon Kindle Fire stecken Mikroprozessoren von TI. Daher gilt das Unternehmen als Barometer für die gesamte Elektronikbranche. Nachbörslich stieg die Aktie um 3 Prozent.

Quelle: n-tv.de

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