Wirtschaft
Infineon will die Kosten spürbar senken.
Infineon will die Kosten spürbar senken.(Foto: dpa)

Gewinneinbruch: Infineon kündigt Kurzarbeit an

Der Halbleiterkonzern Infineon tritt nach einem Gewinnrückgang und mauen Aussichten für das neue Geschäftsjahr auf die Kostenbremse. Die Aktionäre müssen indes nicht verzichten: Wie im Vorjahr will Infineon eine Dividende ausschütten.

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Der Halbleiterkonzern Infineon bekommt die weltweite Konjunkturschwäche drastisch zu spüren und rüstet sich für härtere Zeiten. Nach einem Gewinneinbruch im abgelaufenen Geschäftsjahr 2011/12 kündigte der Automobil- und Industriezulieferer Kurzarbeit an. Nicht ausgelastete Werke würden vorübergehend abgeschaltet, der Einsatz von Zeitarbeitern verringert, und Gehaltserhöhungen seien verschoben worden Die Investitionen werden im neuen Geschäftsjahr um 100 Mio. Euro auf 400 Mio. Euro gekürzt.

"Der konjunkturelle Gegenwind wird stärker. Und wir sehen nicht, dass er sich schnell drehen wird", sagte Vorstandschef Reinhard Ploss. Infineon stelle sich im neuen Geschäftsjahr auf einen deutlichen Umsatz- und Gewinnrückgang ein.

Der Gewinn aus fortgeführtem Geschäft hat sich im abgelaufenen Quartal binnen Jahresfrist auf 129 Mio. Euro fast halbiert. Der Umsatz ging um 5 Prozent auf 982 Mio. Euro zurück. Das neue Geschäftsjahr gibt Ploss wenig Anlass zur Hoffnung: Der Umsatz werde zwischen 5 und 9 Prozent schrumpfen. Auch Konkurrenten wie Intel, AMD und Texas Instruments haben über flaue Geschäfte berichtet.

Die Aktionäre müssen indes nicht verzichten: Wie im Vorjahr will Infineon eine Dividende von zwölf Cent je Aktie ausschütten. Im vergangenen Jahr hatte der Chipkonzern fast 4 Mrd. Euro Umsatz und 1,1 Mrd. Euro Gewinn erwirtschaftet.

Börsianer reagieren verhalten auf die nun vorgelegten Zahlen. "Der schon zuvor verhaltene Ausblick ist nochmal gesenkt worden", sagte ein Händler. "Die Kombination aus schwächerem Margen- und gleichzeitig schwächerem Umsatz-Ausblick ist eigentlich nichts anderes als eine Gewinnwarnung", meinte ein anderer Händler.

Quelle: n-tv.de

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