Wirtschaft
EZB-Präsident Mario Draghi.
EZB-Präsident Mario Draghi.(Foto: dpa)

Was macht die EZB?: Inflation sinkt weiter

Die Verbraucherpreise in der Eurozone steigen noch weniger als bisher angenommen. Damit bleibt die Furcht vor einer Deflationsspirale im Währungsblock am Leben - und der Druck auf die Europäische Zentralbank nimm zu.

Die Sorge vor einer Deflation in der Euro-Zone nimmt wieder zu. Die Verbraucherpreise stiegen im Februar nur noch um 0,7 Prozent zum Vorjahresmonat, wie das Statistikamt Eurostat am Montag mitteilte. Dafür sorgten vor allem fallende Preise für Heizöl und Benzin. Eine frühere Schätzung hatte noch 0,8 Prozent ergeben. In den vergangenen gut vier Jahren war die Teuerung nur einmal so niedrig, nämlich im Oktober 2013. Prompt senkte die Europäische Zentralbank (EZB) einen Monat später ihren Leitzins auf das Rekordtief von 0,25 Prozent.

Experten rechnen diesmal aber nicht damit, dass die EZB aus Angst vor einer Deflation - einem andauernden Preisverfall - sofort reagieren wird. "Das dürfte nicht ausreichen, um kurzfristig eine erneute Lockerung der Geldpolitik auszulösen", sagte Ökonom Martin van Vliet von der ING-Bank. "Dazu bedarf es einer Konjunktureintrübung oder einer weiteren deutlichen Aufwertung des Euro." Letzteres würde die exportgetriebene Erholung in der Eurozone belasten, weil ein starker Euro die Ausfuhren außerhalb der Währungsunion verteuern würde. Zudem würden viele Importe billiger, da vor allem Rohstoffe in Dollar abgerechnet werden.

Angst vor Deflation

Die EZB strebt eine Inflationsrate von knapp unter zwei Prozent an, weil sie Preisstabilität bei dieser Marke gewährleistet sieht. In Krisenstaaten wie Griechenland (-0,9 Prozent) und Zypern (-1,3) fallen die Preise aber. Das nährt bei Ökonomen die Sorge vor einer Deflationsspirale. In Erwartung stetig fallender Preise halten sich die Verbraucher und Unternehmen dabei mit Käufen und Investitionen zurück, mit verheerenden Folgen für die Wirtschaft. Die EZB rechnet in diesem Jahr mit einer durchschnittlichen Teuerungsrate von 1,0 Prozent, die 2015 auf 1,3 Prozent steigen soll.

In Deutschland war die Inflationsrate zuletzt auf 1,2 Prozent gefallen. Wegen des erwarteten Konjunkturaufschwungs gehen die Experten der DekaBank und des Kieler Instituts für Weltwirtschaft aber davon aus, dass die Teuerung im kommenden Jahr doppelt so hoch ausfallen dürfte wie aktuell.

Quelle: n-tv.de

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