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Seit 2008 sind die Löhne nicht mehr so stark gestiegen wie im vergangenen Jahr.
Seit 2008 sind die Löhne nicht mehr so stark gestiegen wie im vergangenen Jahr.(Foto: picture alliance / dpa)

OECD: Krise trifft vor allem Arme: Inflation sorgt für sattes Lohnplus

Nie seit der Finanzkrise 2008 sind die Löhne in Deutschland derart stark gestiegen wie im vergangenen Jahr. In den Staaten der OECD sieht die Lage indes anders aus: Vor allem die Geringverdiener haben die Finanzkrise zu spüren bekommen.

Die Reallöhne der deutschen Arbeitnehmer sind im vergangenen Jahr so stark gestiegen wie seit der Wirtschaftskrise 2008 nicht. Nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes führte vor allem die geringe Preissteigerung zu einer Reallohnsteigerung von 1,6 Prozent.

Die nominalen Löhne sind mit 2,4 Prozent etwas schwächer geklettert als im langjährigen Mittel (2,5 Prozent). Die geringe Inflation von knapp 0,9 Prozent (Fünfjahresschnitt: 1,5 Prozent) führte aber dazu, dass überdurchschnittlich viel übrig blieb. Im Jahr zuvor hatte es wegen gestrichener Sonderzahlungen einen leichten Rückgang der Reallöhne von 0,1 Prozent gegeben.

OECD: Krise trifft vor allem Einkommen Jüngerer

Eine OECD-Studie sieht indes gravierende Lohnentwicklungen besonders bei den einkommensschwachen Haushalten der Mitgliedsländer. Die Finanzkrise hat demnach in Industrie- und Schwellenländern besonders die geringverdienenden Haushalte getroffen und deren soziale Not weiter verschärft. Das ist das Ergebnis des Jahresberichtes "Das Wachstum fördern" der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Junge Menschen müssten die größten Einkommenseinbußen hinnehmen und seien einem erhöhten Armutsrisiko ausgesetzt.

"Zu den politischen Herausforderungen gehören in nächster Zeit eine dauerhaft hohe Arbeitslosigkeit, eine Verlangsamung der Produktivität, ein hohes Staatsdefizit und eine hohe Staatsverschuldung", hieß es in dem Bericht. Der Finanzsektor bleibe anfällig.

In den meisten OECD-Industrieländern habe sich das Tempo der Strukturreformen in den vergangenen beiden Jahren verlangsamt. In großen Schwellenländern habe das Reformtempo dagegen zugenommen. Deutschland rät die OECD unter anderem, Sozialabgaben besonders für Niedrigverdiener zu senken und bessere Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass auch Frauen Vollzeit arbeiten können.

Quelle: n-tv.de

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