Wirtschaft
Beim Einkaufen im Supermarkt kriegt man immer noch genausoviel Ware für's Geld wie vor einem halben Jahr.
Beim Einkaufen im Supermarkt kriegt man immer noch genausoviel Ware für's Geld wie vor einem halben Jahr.(Foto: dpa)

Leben kaum teurer geworden: Inflation wieder auf Niedrigstand

Nach einigen Monaten mit leicht gestiegener Inflation erreicht der Wert im Juli wieder den Niedrigststand vom Februar. Experten halten Deflationsängste aber für unbegründet. Auch im Euro-Raum wird eine sehr geringe Inflation erwartet.

Das Leben in Deutschland verteuert sich derzeit kaum noch. Waren und Dienstleistungen kosteten im Juli durchschnittlich nur noch 0,2 Prozent mehr als vor einem Jahr, wie das Statistische Bundesamt mitteilt. Das ist der niedrigste Wert seit Februar. Im Juni lag die Inflationsrate noch bei 0,3 Prozent, im Mai bei 0,7 Prozent.

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Ökonomen halten aber Sorgen, dass die Preise wie zuletzt im Januar wieder fallen könnten, für unbegründet. "Für neue Deflationsängste besteht kein Anlass", sagt Commerzbank-Experte Marco Wagner. Denn die höheren Lohnkosten dürften den Preisdruck in Deutschland grundsätzlich wieder verstärken. "Zudem sollten die Energiepreise ab dem Jahreswechsel wieder steigen."

Seit einigen Monaten hängt die Inflationsrate vor allem vom Auf und Ab des Ölpreises ab. Ökonomen hatten damit gerechnet, dass die Jahresteuerung im Juli auf dem Juni-Wert von 0,3 Prozent verharrt. Grund für die Entwicklung war, dass sich Energie mit 6,2 Prozent etwas stärker verbilligte als zuletzt. Zudem verteuerten sich Nahrungsmittel mit 0,4 Prozent spürbar weniger als im Vormonat.

Mini-Inflation auch im Euro-Raum

Wegen des überraschend geringen Preisdrucks in der größten Volkswirtschaft im Euro-Raum gehen einige Experten davon aus, dass die Inflationsrate im Währungsgebiet ebenfalls sinkt - und zwar auf 0,1 Prozent. Die Daten werden an diesem Freitag veröffentlicht und könnten der Europäischen Zentralbank wieder Kopfschmerzen bereiten. Denn die Währungshüter sehen stabile Preise nur bei einer Inflation von knapp zwei Prozent gewährleistet. Dies hatte bereits zu Jahresanfang Sorgen vor einer Deflation - also einem konjunkturschädlichen Preisverfall auf breiter Front - geschürt. Aber zuletzt zogen die Preise leicht an, weil das massive Anleihenkaufprogramm der EZB Wirkung zeigte.

Allerdings könnte der jüngste Preisrückgang bei den Rohstoffen nach Worten von ING-Analyst Carsten Brzeski zumindest vorübergehend dafür sorgen, dass die Inflationsrate wieder unter null sinkt. "Das sind zum einen gute Nachrichten für die deutschen Verbraucher und ihre Kaufkraft." Zum anderen könnte es die EZB dazu bringen, bei ihrer extrem lockeren Geldpolitik nachzulegen, sagt Brzeski.

Quelle: n-tv.de

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