Wirtschaft

"Viele Argumente dafür": Inflation wird 2014 zulegen

Die EZB spricht bei Werten von knapp unter 2 Prozent von stabilen Preisen. 2013 liegt die Teuerungsrate in Deutschland im Schnitt bei 1,5 Prozent. Im laufenden Jahr wird sich das aber ändern.

Billigeres Benzin und Heizöl haben im vergangenen Jahr die Inflation in Deutschland merklich gedrückt. Die Verbraucherpreise stiegen im Schnitt um 1,5 Prozent, teilte das Statistische Bundesamt mit. Das ist der niedrigste Wert seit 2010. 2012 lag die Teuerungsrate noch bei 2,0 Prozent, 2011 bei 2,1 Prozent. Die Europäische Zentralbank (EZB) spricht bei Werten von knapp unter zwei Prozent von stabilen Preisen.

Entlastet wurden die Verbraucher durch billigeres Öl, das wegen der schwachen Weltkonjunktur deutlich weniger kostete. "Kraftstoffe und Heizöl wurden dadurch billiger", sagte eine Statistikerin. In Nordrhein-Westfalen etwa fielen die Preise an den Zapfsäulen um mehr als drei Prozent und damit erstmals seit dem Krisenjahr 2009.

Auch der Wegfall der Praxisgebühr für Arztbesuche entlastete die Portemonnaies der Verbraucher. Dagegen verteuerten sich Nahrungsmittel kräftig: Im Dezember kosteten sie bundesweit 3,8 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Grund dafür waren die weltweit steigende Nachfrage und witterungsbedingte Ernteausfälle.

"Drift nach oben"

Für dieses Jahr rechnen Experten mit stärker steigenden Preisen. "Die Inflation wird nach oben driften", sagte Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer, der für 2014 eine Teuerungsrate von 1,7 Prozent erwartet. "Wir bekommen ein ordentliches Wirtschaftswachstum, die Phase moderater Lohnabschlüsse ist ohnehin vorbei, der Mindestlohn wird schrittweise eingeführt, die Immobilienpreise und Mieten ziehen an", sagte Krämer. "Das sind alles Argumente für eine höhere Inflation."

Einen starken Anstieg erwarten die meisten Experten vorerst aber nicht. "Die Energiepreise sind relativ stabil, Steuererhöhungen stehen auch nicht an", sagte Postbank-Chefvolkswirt Marco Bargel. Da mit der besseren Konjunktur auch die Löhne wieder spürbar zulegen sollten, werde sich die Kaufkraft der Deutschen erhöhen. "Der private Konsum bleibt deshalb ein wichtiger Wachstumstreiber", sagte Bargel.

Stärkerer Anstieg als in Eurozone

Die Inflationsrate in Deutschland dürfte vorerst höher bleiben als in der Eurozone. Die schwere Wirtschaftskrise hat die Angst vor einer Deflation geschürt, also einem Preisverfall auf breiter Front. In Griechenland fielen die Preise zuletzt mit 2,9 Prozent so stark wie noch nie. Die EZB senkte auch aus Sorge vor einer Deflation ihren Leitzins auf das Rekordtief von 0,25 Prozent. "Deutschland ist Europas Konjunkturlokomotive, deshalb ziehen die Preise bei uns auch stärker an", sagte Bargel. "Mit der schrittweisen Erholung in Ländern wie Spanien dürften aber auch die deflationären Tendenzen in der Euro-Zone nachlassen."

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen