Wirtschaft
Die Preise für Butter und Molkereiprodukte sind deutlich gestiegen.
Die Preise für Butter und Molkereiprodukte sind deutlich gestiegen.
Mittwoch, 30. August 2017

Nahrung und Energie teurer: Inflation zieht dritten Monat in Folge an

Im August müssen Verbraucher für Alltagsgüter - vor allem Lebensmittel und Strom - tiefer in die Tasche greifen. Das treibt die Teuerungsrate insgesamt nach oben. Trotzdem rechnen Volkswirte nicht mit einem schnellen Ende der ultralockeren Geldpolitik.

Das Leben in Deutschland ist den dritten Monat hintereinander etwas teurer geworden. Angetrieben von höheren Nahrungsmittel- und Energiepreisen kletterte die Jahresinflationsrate im August auf 1,8 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Seit einem Rückgang auf 1,5 Prozent im Mai ist die Teuerung damit kontinuierlich leicht gestiegen. Vor allem für Nahrungsmittel (plus 3,0 Prozent) sowie Haushaltsenergie und Treibstoff (2,3 Prozent) mussten Verbraucher im August mehr zahlen als im Jahr zuvor.

Bei den Nahrungsmitteln dürften nach Daten Statistischer Landesämter vor allem deutlich gestiegene Preise für Butter und Molkereiprodukte durchgeschlagen haben. Kaltmieten verteuerten sich binnen Jahresfrist um 1,7 Prozent. Im Vergleich zum Vormonat erhöhten sich die Verbraucherpreise in Europas größter Volkswirtschaft um 0,1 Prozent. KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner begründete den Anstieg mit der kräftigen Konjunktur in Deutschland. Rasant steigende Teuerungsraten erwartet er aber nicht, "angesichts stabiler Ölpreise, mehr oder weniger konstanter Löhne und eines immer noch maßvollen Kreditwachstums."

Nach Einschätzung von ING-Diba-Chefvolkswirt Carsten Brzeski könnte der Höhepunkt der Inflation in diesem Jahr bereits erreicht sein. Er verwies unter anderem auf den stärkeren Euro. Dadurch werden Importe aus Ländern außerhalb des gemeinsamen Währungsraumes billiger. Die nach europäischen Standards errechnete Jahresinflationsrate (HVPI) lag ebenfalls bei plus 1,8 Prozent. Die Rate ist maßgeblich für die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Die EZB strebt mittelfristig für den gesamten Euroraum ein stabiles Preisniveau bei einer Inflation von knapp unter 2,0 Prozent an.

Weil die Währungshüter dieses Ziel seit Jahren verfehlen, versuchen sie mit viel billigem Geld nachzuhelfen. Die Geldschwemme ist vor allem in Deutschland umstritten. Es mehren sich Forderungen nach einem Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik. Im Herbst will der EZB-Rat über mögliche Änderungen am Kurs der Notenbank diskutieren. Volkswirte erwarten, dass die EZB schrittweise zunächst ihr milliardenschweres Anleihenkaufprogramm zurückfahren und dann - womöglich erst im Jahr 2019 - die Zinsen allmählich anheben wird.

Quelle: n-tv.de

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