Wirtschaft
Infaltion abermals gebremst: Vor allem der Preisrückgang bei Obst und Gemüse entlastet die Verbraucher.
Infaltion abermals gebremst: Vor allem der Preisrückgang bei Obst und Gemüse entlastet die Verbraucher.(Foto: picture alliance / dpa)

Zwei-Prozent-Ziel in weiter Ferne: Inflationsrate sinkt auf Vier-Jahres-Tief

Die Teuerungsrate in Deutschland liegt bereits seit Monaten deutlich unterhalb der Zielmarke der Europäischen Zentralbank. Im Mai schwächte sich der Preisanstieg nochmals ab. Nahrungsmittel werden kaum teurer - Energie wird sogar teilweise billiger.

Kaum noch steigende Lebensmittelpreise haben die Inflationsrate in Deutschland auf den tiefsten Stand seit knapp vier Jahren gedrückt. Waren und Dienstleistungen verteuerten sich im Mai nur noch um 0,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt mitteilte und seine ersten Schätzungen bestätigte. Im April hatte die Teuerungsrate noch bei 1,3 Prozent gelegen. Sie liegt damit klar unter der Zielmarke der Europäische Zentralbank von knapp zwei Prozent, bis zu der sie von stabilen Preisen spricht.

Für Nahrungsmittel wurden im Schnitt nur noch 0,5 Prozent mehr verlangt. Die Preise stiegen damit erstmals seit drei Jahren langsamer als die Teuerungsrate insgesamt, hieß es. Zu Jahresbeginn waren sie noch gut sieben Mal so schnell geklettert.

Witterungsbedingt verbilligte sich Gemüse um 9,4 Prozent, darunter Kopf- oder Eisbergsalat um 39,2 Prozent, Paprika um 28,1 Prozent, Tomaten um 17,0 Prozent und Kartoffeln um 8,1 Prozent.

Teurer wurden Molkereiprodukte wie Quark (+15,2 Prozent), Schnittkäse (+14,8), Frischmilch (+8,7) und Joghurt (+7,2). Fisch kostete 2,5 Prozent mehr. Süßwaren-Preise legten 1,8 Prozent zu.

Entlastet wurden die Verbraucher auch von billigerer Energie. Benzin und Diesel kosteten 2,3 Prozent weniger als ein Jahr zuvor, leichtes Heizöl sogar 3,1 Prozent weniger. Strom verteuerte sich hingegen um 1,8 Prozent, Gas um 0,4 Prozent.

Der für europäische Vergleichszwecke berechnete Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) stieg gegenüber dem Vormonat um 0,3 Prozent, auf Jahressicht erhöhte er sich lediglich um 0,6 Prozent. Die Jahresrate fiel damit auf den niedrigsten Wert seit Februar 2010.

Das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) sagt für kommendes Jahr wegen des erwarteten kräftigen Aufschwungs eine deutlich höhere Teuerungsrate voraus. "Während die Arbeitslosenquote wieder sinkt, verstärkt sich der Preis- und Lohnauftrieb", erklärten die Ökonomen. Die Inflationsrate werde dann mit 2,2 Prozent knapp doppelt so hoch ausfallen wie in diesem Jahr mit durchschnittlich 1,2 Prozent.

Quelle: n-tv.de

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