Wirtschaft
Produktlinien und Markennamen sind im Konsumgütergeschäft bares Geld wert: Das gilt auch und besonders für den "Bereich Haar".
Produktlinien und Markennamen sind im Konsumgütergeschäft bares Geld wert: Das gilt auch und besonders für den "Bereich Haar".(Foto: picture alliance / dpa)

Übernahmefieber erfasst den Dax: Insider deuten auf Henkel

Entsteht in Düsseldorf ein neuer Shampoo-Gigant? Gerüchten zufolge will Henkel seinem US-Konkurrenten P&G die Haarpflegelinie "Wella" abkaufen. Hinter vorgehaltener Hand ist von einem konkreten Angebot die Rede.

Der Düsseldorfer Dax-Konzern Henkel steht angeblich vor einer milliardenschweren Kaufentscheidung. Nach bisher unbestätigten Angaben aus Insiderkreisen hat der deutsche Konsumgüterhersteller ein Auge auf das Haarpflegegeschäft "Wella" des US-Konzerns Procter & Gamble (P&G) geworfen.

Henkel bereite ein Gebot für Teile des Kosmetikgeschäfts von P&G vor, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Informanten. Neben Henkel wollen sich demnach auch die US-Konzerne Revlon und Coty an dem Bieterverfahren beteiligen. Die drei Unternehmen Revlon, Coty und Henkel arbeiteten mit verschiedenen Investmentbanken zusammen, um eine Offerte zusammenzustellen. Die Frist für die erste Bieterrunde laufe nächste Woche ab.

"Das ist etwas, das wir weiter ausbauen möchten": Aufsichtsratschefin Simone Bagel-Trah (Archivbild).
"Das ist etwas, das wir weiter ausbauen möchten": Aufsichtsratschefin Simone Bagel-Trah (Archivbild).(Foto: picture alliance / dpa)

Henkel ist den Insidern zufolge an P&Gs Haarpflegesparte mit den Marken Wella und Clairol interessiert. Die Sparte dürfte etwa sieben Milliarden Dollar wert sein. Henkel war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Der Hersteller von Markenprodukten wie dem Klebestift "Pritt" und dem Waschmittel "Persil" hatte erst im März erklärt, nach geeigneten Übernahmezielen Ausschau zu halten.

"Pflege, Styling und Colorationen"

Bis zu 4,5 Milliarden Euro könnte Henkel für Übernahmepläne aufbringen, hatte Finanzchef Carsten Knobel damals erklärt. Aufsichtsratschefin Simone Bagel-Trah hatte Anfang des Jahres betont, dass sich Henkel bei den Konsumgütern noch besser aufstellen will.

"Im Bereich Haar sind wir beispielsweise mit Pflege, Styling und Colorationen führend. Das ist etwas, das wir weiter ausbauen möchten", hatte sie in einem Zeitungsinterview gesagt.

Nicht in trockenen Tüchern

Der US-Kosmetikriese Revlon ist den Insiderangaben zufolge an dem Kosmetik-Geschäft von P&G mit Drogeriemarken wie "CoverGirl" und "Max Factor" interessiert. Das US-Unternehmen Coty, das Parfüm für Modemarken wie Calvin Klein oder Mac Jacobs herstellen, würde das Duftstoffgeschäft von P&G übernehmen, heißt es aus den Insiderkreisen.

Coty könnte sich demnach aber auch das Kosmetikgeschäft anschauen. Bei Coty war zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen. P&G sowie Revlon lehnten Stellungnahmen zu den Gerüchten ab.

Quelle: n-tv.de

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