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Gewinn sackt ab, Anleger enttäuscht: Intel-Rivale AMD dreht an Personalkosten

AMD bekommt die Flaute auf dem PC-Markt in den vergangenen Jahren deutlich zu spüren. Der Gewinn des Intel-Konkurrenten bricht ein. Die neue Chefin Su reagiert und spart. Sieben Prozent aller Mitarbeiter müssen gehen.

Die neue Chefin des Chipherstellers Advanced Micro Devices (AMD), Lisa Su, will die Abhängigkeit des Intel-Rivalen vom flauen PC-Markt verringern und den Konzern weiter umbauen. Dafür streicht sie nach einem schlechten Quartal sieben Prozent aller Stellen. Betroffen sind weltweit etwa 700 Mitarbeiter, wie AMD mitteilte. Rund um den Globus hat AMD etwa 10.150 Beschäftigte.

Im Gegensatz zum Wettbewerber Intel, der diese Woche mit starken Geschäftszahlen überraschen konnte, ist das Zahlenwerk von AMD alles andere als gut. Das Nettoergebnis in den drei Monaten per Ende 27. September brach auf 17 Millionen nach 48 Millionen Dollar im Vorjahr ein. Bereinigt verdiente AMD 3 Cent je Aktie, Analysten hatten 4 Cent erwartet. Der Umsatz sank nur leicht auf 1,43 von 1,46 Milliarden Dollar.

Nachbörslicher Kursrutsch

Die neue AMD-Chefin Su will den Konzern breiter aufstellen.
Die neue AMD-Chefin Su will den Konzern breiter aufstellen.(Foto: picture alliance / dpa)

Die Aussichten für das laufende Quartal sind allerdings deutlich düsterer: AMD erwartet im Schlussquartal einen Umsatzeinbruch gegenüber dem Vorquartal um rund 13 Prozent.

Anleger sind enttäuscht. Die Aktie verliert im nachbörslichen US-Handel zunächst knapp 5 Prozent auf 2,51 US-Dollar. Damit setzt das Papier den massiven Rückgang der vergangenen Monate fort. In den letzten drei Monaten hat die Aktie rund 43 Prozent ihres Wertes verloren.

Flaute trifft AMD hart

AMD will seine Geschäfte nun weiter restrukturieren, um die Produkte zu diversifizieren und auf die flaue Nachfrage nach PC zu reagieren. Erst vergangene Woche hatte AMD Su zur neuen Chefin berufen. Die bisher für das operative Geschäft zuständige Managerin löste Rory Read an der Spitze des Unternehmens ab, der nach drei Jahren zurückgetreten war. Die Kosten für den Jobabbau bezifferte Su am Donnerstag auf 57 Millionen Dollar im laufenden Quartal.

AMD bekam die Flaute auf dem PC-Markt in den vergangenen Jahren massiv zu spüren und setzt seit einiger Zeit stärker auf Prozessoren für den Spielekonsolen-Markt. Zwar bauen die US-Amerikaner weiterhin Chips für PC und Notebooks, haben sich aber mit dem Bereich Gaming ein neues Standbein geschaffen.

Dass es im PC-Markt aber inzwischen wieder etwas besser läuft, hat Intel diese Woche untermauert. Der Konzern steigerte seinen Gewinn im dritten Quartal um 12 Prozent und die Erlöse um knapp 8 Prozent. Und auch der Ausblick war optimistisch.

Quelle: n-tv.de

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