Wirtschaft

Schleppender PC-VerkaufIntel erleidet Dämpfer

27.08.2010, 17:37 Uhr

Der Halbleiterriese Intel muss mit seiner Umsatzprognose für das laufende Quartal runtergehen. Die Amerikaner beklagen eine Flaute beim Verkauf von PC an Privatkunden.

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(Foto: AP)

Der Boom in der Computerbranche scheint abzuebben. Der weltgrößte Halbleiter-Hersteller Intel, wegen seiner Marktmacht ein zuverlässiges Barometer, sprach von einer gesunkenen Nachfrage der Privatkunden nach PC. Demnach halten sich vor allem die Menschen in den Industriestaaten wieder stärker zurück.

Intel senkte seine Umsatzprognose für das dritte Quartal von zuvor bis zu zwölf Milliarden auf etwa elf Milliarden Dollar. Angesichts dessen rechnet der Konzern auch damit, dass am Ende weniger Geld in der Kasse hängenbleibt. Dabei hat Intel gerade erst ein Rekordquartal hinter sich mit einem Gewinn von unterm Strich 2,9 Milliarden Dollar.

Die Warnung von Intel kommt nicht ganz überraschend. Zuletzt hatten sich die Stimmen gemehrt, die von einem Ende des Booms sprachen. Nach Angaben von Intel kaufen aber immerhin die Firmenkunden noch kräftig; zudem hätten sich die Preise leicht erhöht.

Breitere Aufstellung nötig

Von Intel stammen vier von fünf verkauften Prozessoren weltweit, die Herzen der Computer. Der Konzern versucht derzeit aber verstärkt, sich breiter aufzustellen. Zuletzt hatte Intel die Übernahme des Sicherheitssoftware-Spezialisten McAfee verkündet. Gemeinsam mit der neuen Tochter will Intel vor allem den boomenden Markt der mobilen Internetgeräte erschließen.

Intel wird auch als heißer Kandidat für die Übernahme des Mobilfunk-Geschäfts des deutschen Chipkonzerns Infineon gehandelt. Die Münchener stellen fast das komplette Innenleben eines Handys her. Im Raum steht ein Preis von 1,5 Milliarden Euro. Dem Vernehmen nach verhandeln die beiden Seiten intensiv.

Quelle: dpa